Wirbeln für den Wohlfühlfaktor

Ellen Abröll engagiert sich bei  Blutspendeaktionen

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Gute Geister bei den Blutspendeaktionen: Für den Wohlfühlfaktor sorgen Ellen Abröll und ein bewährtes Team. Die Damen kochen Kaffee und Tee und belegen Brötchen. Betreuung wird bei den Ehrenamtlern großgeschrieben. 

Jügesheim - Bei den Blutspendeterminen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rodgau sorgt Ellen Abröll, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Rodgau, mit einem erprobten Helferteam dafür, dass sich die Besucher wohlfühlen. Von Simone Weil

Sowohl Helfern als auch Besuchern werden Getränke und ein Imbiss gereicht. Im Haus der Begegnung in Jügesheim finden sich trotz des Regenwetters 94 Spender ein. Anfänglich aber ist die Stimmung „so trüb wie das Wetter“, wie Ellen Abröll formuliert. Denn bei solch einem Schmuddelregen geht keiner aus dem Haus, der nicht muss. Dafür hat auch die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Rodgau Verständnis. Trotzdem hofft sie, dass sich heute Abend wenigstens 90 Spender einfinden. Jetzt am späten Nachmittag erscheint dieser Wunsch äußerst gewagt.

Seit 30 Jahren beteiligt sich die 65-Jährige an den jährlich elf Blutspendeterminen. Bei den Aktionen im Bürgerhaus Dudenhofen kommen etwa 300 Spender. Im Haus der Begegnung in Jügesheim geht es gemächlicher zu. Doch auch dort hat sie auch ein erfahrenes Team um sich. 18 Helfer sind für das Drumherum mit Anmeldung sowie Imbiss und Getränke verantwortlich, der Blutspendedienst selbst kümmert sich um den medizinischen Part.

„Wir sind der Wohlfühlfaktor“, erklärt der Ruhe und Herzlichkeit ausstrahlende Grauschopf. Dass die angenehme Atmosphäre nicht zu unterschätzen ist, belegen am Ende des Tages die 94 Blutspender, die heute trotz des Regens erscheinen. Viele Gäste nehmen weite Wege auf sich, weil sie wissen, wie freundlich und zuvorkommend sie behandelt werden.

In der Küche geht es inzwischen rund. Literweise kocht Ellen Abröll Kaffee und Tee – bis zum Abwinken. „Bis ich das Gefühl habe, es kommt keiner mehr.“ Schließlich werden Blutspender aufgefordert, reichlich zu trinken und auch etwas zu essen. Deswegen sind die Wasserkocher im Dauereinsatz. Nur mithilfe von großen Eimern schafft es die DRK-Frau, die Spezialmischung aus starkem Schwarztee und süßem Zitronentee herzustellen, die dann in Thermoskannen umgefüllt wird. In der Zwischenzeit belegen weitere Helferinnen jede Menge Brötchen und machen auch noch Würstchen heiß.

Blut - Saft des Lebens

„Für gewöhnlich geht solch ein Termin nicht ohne Komplikationen ab, das ist wie im richtigen Leben“, berichtet Abröll. Heute beispielsweise seien die Brötchen nicht fertig gewesen, als sie abgeholt werden sollten. „Ein anderes Mal hat jemand Rücken und fällt aus.“ Dennoch habe es immer irgendwie geklappt. Die Ehrenamtlerin freut sich, dass heute vier junge Flüchtlinge mithelfen, zwei von ihnen haben bereits eine Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert: „Das ist klasse, das macht so viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten“, begeistert sich die Vorsitzende.

Nun stärken sich zunächst die Helfer, bevor die Besucher kommen: Wo sind Servietten? Wo die Pappteller? Welche Becher nehmen wir? Eigentlich alle Fragen landen bei der Ortsverein-Chefin. Die sucht, guckt in diese oder jene der Plastikboxen, wird aber nicht immer fündig. Weil es in der Küche ruhiger wird, schaut Ellen Abröll woanders nach dem Rechten, springt mal beim Empfang ein, spricht mit den jungen Flüchtlingen oder plaudert mit Erstspendern: Sie sei so neugierig und wolle etwas über deren Beweggründe wissen, Blut zu spenden, erzählt die Ehrenamtlerin. „Weil ich so penetrant bin und und mit den Leuten schwätze, bleibt auch mal einer im Verein hängen.“ Doch schon ist es mit der Pause vorbei: „Ellen, ich brauch hier Servietten“, kommt ein Hilfeschrei aus der Küche.

Kostbares Gut: Aktionen sollen mehr Blutspender locken

Quelle: op-online.de

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