Dudenhöfer Gemeinde feiert Fest

Von Lutherrose zum Schlager

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Von Rosen singen hörten zahlreiche Gäste am Samstagnachmittag Pfarrerin Christina Koch in Dudenhofen. Der Auftritt gehörte zum Rosenfest am evangelischen Gemeindehaus. 

Dudenhofen -   Rosenduft und Blütenzauber haben am Samstag das Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde in Dudenhofen geprägt.

Von der Eröffnung am frühen Nachmittag bis zum finalen Festgottesdienst am Abend drehte sich zwischen der Kirche und dem Gemeindehaus fast alles um die Königin der Blumen.

Die wichtigste Rose, die die Kirchengemeinde mit ihren aktuell rund 2600 Mitgliedern ihr Eigen nennt, hat zwar beeindruckende Blütenblätter und ist auch sonst ein echter Hingucker, einen besonderen Duft verströmt sie aber nicht. Dornen sucht man an dem Mosaik, das den Rasen vor dem bis 2016 komplett sanierten und umgebauten Gemeindedomizil an der Kirchstraße schmückt, ebenfalls vergebens. Dafür ist die Luther-Rose, wie das Symbol heißt, hinreichend berühmt. Sie ziert sowohl Dudenhöfer Ortswappen als auch das Stadtwappen von Rodgau.

Wenn also die Gemeinde zur Feier „rund um die Lutherrose“ einlädt, weiß in Dudenhofen jeder, wohin er sich wenden muss. Dem entsprechend hatten die Evangelischen um Pfarrerin Christina Koch und den Gemeindevorstand am Samstag zahlreiche Gäste, die sowohl im Freien auf der Wiese als auch im Rosencafé im Erdgeschoss des Gemeindehauses Platz fanden.

Für Unterhaltung hatten die Gastgeber gesorgt: Der Arbeitergesangverein Volkschor stellte sich mit mehreren Liedern vor, später stimmte das Orchester des Musikvereins Dudenhofen traditionelle Blasmusik im Stil der Original Egerländer an. Mit Klavierbegleitung besang die Pfarrerin schließlich persönlich die schönste aller Gartenblumen. Klassiker wie „Sah ein Knab ein Röslein steh’n“, Evergreens wie „Weiße Rosen aus Athen“ oder „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ konnte, nicht zuletzt dank Text-Zetteln auf den Tischen, jeder mitsingen.

Auch sonst hatten sich die Organisatoren des Rosenfests alle Mühe gegeben, dem Namen gerecht zu werden. An einem Maltisch hatten vor allem Kinder Gelegenheit, Rosen nach ihrer Vorstellungskraft zu verewigen. Nach Worten der Pfarrerin sollen die Bilder demnächst im Gemeindehaus zu besichtigen sein. Beim Düfte-Raten auf einem Riechparcours mit zwölf Gefäßen geheimnisvollen Inhalts waren selbstredend auch Rosen-Aromen präsent. Und nicht zuletzt waren alle Gäste aufgerufen, die schönste Rosenblüte aus ihrem Garten mitzubringen und von einer Jury bewundern und bewerten zu lassen. Die prächtigsten Exemplare wurden an einem Rankgitter zur Schau gestellt.

Theologische Bezüge dürfen bei einem evangelischen Gemeindefest freilich nicht fehlen und hatten ihren Platz im Festgottesdienst, bei dem unter anderem die neuen Konfirmanden vorgestellt wurden. Über Martin Luthers Rose gibt es einiges zu erzählen. Von 1530 an war das Symbol mit einem schwarzen Kreuz auf einem roten Herzen im Zentrum und den umgebenden stilisierten Blütenblättern einer weißen Rose das offizielle Siegel des Reformators. Der damalige Kurprinz von Sachsen, Johann Friedrich der Großmütige, hatte den Siegelring eigens für Luther anfertigen lassen und machte ihm der Überlieferung nach damit eine große Freude. Heute ist die Lutherrose Symbol von evangelisch-lutherischen Kirchen und Einrichtungen weltweit und kommt in vielen Wappen vor. J  zrk

Quelle: op-online.de

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