Dritte Runde der Mediation

Tierstation hofft auf Einigung

+
Alltag in der Auffangstation: Dieses Rehkitz wurde vor einiger Zeit bei der Wildtierarche Rodgau aufgepäppelt. Seit Sommer 2016 darf die Station auf Geheiß des Veterinäramts keine Wildtiere mehr aufnehmen. Die Mediation beim Verwaltungsgericht geht am 8. März in die dritte Runde.

Dudenhofen - Der Verein „Wildtierarche Rodgau“ hofft darauf, bald wieder Tiere aufnehmen zu können. Die Mediation mit dem Kreis Offenbach geht am 8. März in die dritte Runde. Von Ekkehard Wolf 

Die Vereinsvorsitzende Petra Kipper ist zuversichtlich, dass es diesmal zu einer gütlichen Einigung kommt: „Wir haben alle Auflagen erfüllt.“
Seit 2015 bemühen sich die ehrenamtlichen Tierschützer um Petra Kipper darum, ihre Erlaubnis zum Halten von Wildtieren verlängert zu bekommen. Seit Sommer 2016 darf die Auffangstation keine Wildtiere mehr aufnehmen. Der Verein klagte daraufhin gegen den Kreis Offenbach. Seither läuft ein gerichtliches Mediationsverfahren. Petra Kipper: „Ich hoffe, es ist bald vorbei.“

Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat alle Beteiligten für den 8. März in die Tierauffangstation in Dudenhofen geladen. Fast genau vor einem Jahr (am 6. März 2017) fand dort die zweite Runde der Mediation statt.

Seither ist viel geschehen. „Wir haben alle Auflagen erfüllt“, sagt Petra Kipper. Sie habe alle geforderten Sachkundeprüfungen noch einmal erfolgreich abgelegt, die Station sei begutachtet worden, das Kreisbauamt habe die Nutzungsänderung der Räume im August genehmigt. Nun ist sie überzeugt, „dass einer weiteren Verlängerung nichts im Wege steht“.

Die Station habe immer im Einklang mit Recht und Gesetz gearbeitet, betont die Vorsitzende der Wildtierarche: „Wir erfüllen die Auflagen schon die ganze Zeit.“
Seit mehr als 30 Jahren kümmert sich Petra Kipper ehrenamtlich um verletzte und elternlose Wildtiere. Polizei und Feuerwehr haben unzählige Tiere in ihre Obhut gegeben: Turmfalken, Rehe, Igel und viele mehr. Andere Auffangstationen schätzen ihren Rat. Für Tiere, die Hilfe brauchen, ist sie bei Tag und Nacht da.

Besonders viel Kraft kostete in den letzten Jahren aber die Auseinandersetzung mit Behörden. Die Briefe, Anträge und Antworten füllen mehrere Ordner. Für Laien ist es kaum noch verständlich, welche Fülle an Verwaltungsvorgängen sich im Lauf der Jahre angesammelt hat. Widersprüchliche Vorschriften und unklare Kriterien machen die Situation nicht einfacher.

Ein Beispiel: Tierheime und ähnliche Einrichtungen brauchen laut Tierschutzgesetz eine behördliche Erlaubnis. Umstritten ist jedoch, ob das auch für Auffangstationen gilt, die Tiere in Not aufnehmen. Denn was ist eine „tierheimähnliche Einrichtung? Wie viele Tiere darf sie höchstens aufnehmen? Was heißt „auf Dauer angelegt“? Solche Fragen stellt Petra Kipper seit Jahren. Die Antworten sind höchst unterschiedlich.

Regelungsbedarf sieht die erfahrene Tierschützerin auch bei der Frage, wie sie ihre Sachkunde in Bezug auf Wildtiere nachweisen soll. 30 Jahre Erfahrung reichten der Veterinärbehörde in Dietzenbach ebenso wenig aus wie die Tatsache, dass Tierärztinnen im Verein „Wildtierarche“ mitarbeiten. Die Behörde könne aber auch keine offizielle Stelle nennen, die die geforderte Sachkunde vermittelt oder prüft.

Diese Wildtiere stören in Hessens Städten: Bilder

Die Online-Petition „Wildtierarche Rodgau muss erhalten bleiben“ auf dem Internetportal change.org fand 88.444 Unterstützer in den letzten beiden Jahren. Die Petition wandte sich an Landrat Oliver Quilling (CDU), die Landestierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin und die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). „Die Unterschriften wurden aber bis heute nicht angenommen“, bedauert Petra Kipper.

Die Beweggründe für ihr Engagement im Tierschutz schildert sie in einem Online-Video, das seit Sonntag auf Youtube verfügbar ist. Der Titel: „Petra Kipper – die Liebe zu den Tieren.“ Acht Minuten lang spricht sie über Tierliebe seit früher Kindheit („Ich konnte gerade laufen und habe jeden Regenwurm aus Pfützen gerettet“), über ihre innere „Verbindung mit den Tieren und ihren Seelen“ und über Zweifel angesichts der langjährigen äußeren Widerstände. Zu Beginn des Films ist ein Rap-Song zu hören, der mit Szenen und Bildern mit verletzten Menschen und toten Tieren illustriert ist.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.