Testcenter von Opel wird ausgebaut

GM-Geld fließt nach Dudenhofen

Rodgau /Rüsselsheim - Der US-amerikanische Autokonzern General Motors (GM) will in den nächsten drei bis vier Jahren 230 Millionen Euro in das Entwicklungszentrum seiner Tochter Opel investieren. 20 Millionen davon fließen in das Testcenter Dudenhofen . Von Ekkehard Wolf

Das Herzstück des Testcenters, die 4,8 Kilometer lange Rundbahn, wurde bereits im letzten Jahr erneuert. Kosten: rund neun Millionen Euro. Der Umbau der Anlage geht planmäßig weiter. „Diese Woche wird die Powertrain-Kalibrierstrecke fertig, eine Woche später die Airbag-Missbrauchsstrecke“, erklärt der Leiter des Testcenters, Dr. Matthias Schollmaier. In den nächsten Monaten wird das Portal desTestcenters um rund 500 Meter in Richtung Dudenhofen verlegt. Die Stadt Rodgau hat dazu rund 162 000 Quadratmeter Wald an den Autokonzern verkauft. Eine Schneise im Wald ist bereits geschlagen.

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Parallel zur Landesstraße nach Babenhausen will Opel im nächsten Jahr eine schnurgerade Teststrecke von 2,1 Kilometern bauen. Sie ist unter anderem notwendig, um die automatische Erkennung von Verkehrszeichen oder von Menschen auf der Fahrbahn zu testen. Außerdem wird die so genannte Handlingstrecke im Zentrum des Testgeländes verlängert. „Zum Abschluss werden wir 2014/15 sechs Kilometer einer öffentlichen Straße kopieren, die wir zurzeit bei Sobernheim und Pferdsfeld nutzen“, kündigt Schollmaier an. Die Straße im Hunsrück sei in außerordentlich schlechtem Zustand und damit ideal, um Stoßdämpfer zu testen. Die Millionen-Investitionen ins Opel-Testcenter sichern die Zukunft des Standorts und bringen mehr Arbeitsplätze nach Dudenhofen. Schollmaier erwartet eine Verdopplung der Mitarbeiterzahl von 250 auf 500 innerhalb von zehn Jahren. Die Stadt Rodgau erhofft sich auch die Ansiedlung von Unternehmen, die mit dem Testzentrum zusammenarbeiten.

Seit zehn Jahren arbeitet Schollmaier zielstrebig am Ausbau der Anlage. Etwa 110 kleine und größere Projekte wurden seither in Dudenhofen konzipiert und umgesetzt. Dazu gehören Klimakammern für arktische Kälte und tropische Hitze, die kurven- und steigungsreiche Handlingstrecke sowie eine Tankstelle, an der man sogar reinen Alkohol tanken kann. Schollmaier spricht von einem Gesamtkonzept, in das sich die vielen Einzelprojekte wie Mosaiksteine einfügen. Sein Ziel ist ein Zentrum für Testbetrieb, Dauererprobung und Events. Durch den Umbau sollen Test- und Eventbetrieb in Zukunft gleichzeitig laufen, ohne sich gegenseitig zu stören.

230 Millionen kommen nach Rüsselsheim

Den größten Teil der jetzt angekündigten 230 Millionen Euro steckt General Motors in das Entwicklungszentrum am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim. Neue Leistungs- und Motorenprüfstände ersetzen ältere Einrichtungen. Sie ermöglichen die Entwicklung von Antrieben über das Jahr 2020 hinaus und verkürzen die Entwicklungszeit. Eine engere Vernetzung des hoch modernen Testlabors in Rüsselsheim mit den GM-Standorten in Pontiac (USA) und Turin (Italien) soll eine effizientere Arbeit möglich machen. Opel-Vorstandschef Dr. Karl-Thomas Neumann: „In Rüsselsheim werden zukünftig auch Motoren und Getriebe für Europa und die ganze Welt entwickelt.“

Quelle: op-online.de

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