Holzversteigerung in Dudenhofen

Holzkäufer auf Schnäppchenjagd

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Mit Erfahrung und einer Prise Humor brachten die Förster Günther Heid (Foto) und Manfred Gerhardt 52 Meter Buchenholz an den Mann.

Dudenhofen - Axtschläge in vier Metern Höhe, Jagdhornklänge, tuckernde Traktoren, Dampf über dem Wurstkessel und wärmendes Feuer: Auch bei seiner 20. Holzversteigerung blieb der Gesangverein Germania dem bewährten Konzept treu.

Vom leichten Regen am Samstagmorgen ließen sich die Besucher nicht abschrecken. Der Andrang war so groß, dass die Helferinnen an der Gulaschkanone schon 20 Minuten vor Festbeginn die ersten Portionen Erbsensuppe schöpften. Trotz des umfangreichen Rahmenprogramms bleibt die Versteigerung die Hauptsache. Zwei pensionierte Förster brachten 52 Raummeter Buchenholz an den Mann. Kleiner Anreiz: In einem der Stapel war ein 50-Euro-Schein versteckt.

Preisrekorde wurden nicht erzielt, die Gebote kamen in Ein-Euro-Schritten nicht allzu weit über den Mindestpreis von 58 Euro hinaus. Bei 64 Euro pro Raummeter war Schluss. „Das Brennholz ist hier einfach zu teuer“, meinte eine ehemalige Edelholzkönigin am Rand der Veranstaltung. Der pensionierte Förster Manfred Gerhardt hingegen bezeichnete das Preisniveau als gerechtfertigt: „Der Preis, der hier verlangt wird, ist nicht zu hoch.“

Holz zum Schnäppchenpreis

Der Gesangverein müsse für das Holz aus dem Staatswald schließlich auch bezahlen. An einem Verkauf zum Mindestgebot verdiene der Verein nichts. Als Brennstoff sei Holz nach wie vor preiswert, rechnete Gerhardt vor. Ein Raummeter habe den Brennwert von 210 Litern Heizöl, koste aber nur ein Drittel des Preises.

Försterkollege Günther Heid trieb den Preisvergleich noch ein Stück weiter und zog das Sonderangebot eines Baumarkts aus der Tasche: Wer dort ein handliches Netz mit Kaminholz kaufe, zahle umgerechnet 240 Euro pro Raummeter. Bei der Auktion an der Gänsbrüh bekomme man das Holz vergleichsweise zum Schnäppchenpreis. Allerdings haben die Käufer auch etwas Arbeit damit: Sie müssen ihr Holz drei Jahre trocknen lassen und auf ofentaugliche Länge schneiden.

Die Bilder der Veranstaltung

Historische Holzversteigerung

Geduld zahlt sich aus: Bereits nach dem ersten Drittel der Versteigerung ging das erste Zwei-Meter-Los zum Startpreis von 116 Euro weg. In der zweiten Halbzeit waren die ernsthaften Interessenten unter sich, die Zuschauer hatten genug gesehen. Manfred Gerhardt blieb ein wachsamer Auktionator und ging bei jedem Fingerzeig mit dem Preis um einen Euro hoch: „Ein leichtes Zucken reicht schon – ich sehe das.“ Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten!

Die neue Edelholzkönigin Michelle Völker (19) eroberte lächelnd die Herzen der Besucher. Sie stellte die Traubeneiche als „Baum des Jahres“ vor, posierte für Fotos und überreichte die Pokale der Traktorenschau, unter anderem an Dieter Marquardt (älteste Maschine) und Alfons Hrabak (beste Restauration). Mit Muskelkraft und Tempo überzeugten die Sportholzfäller Ralf, Markus und Karlheinz Dengler aus Widdern (Baden-Württemberg). 

Video aus dem letzten Jahr

eh

Quelle: op-online.de

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