Dudenhofen gab bei Wahl den Ausschlag

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Rodgaus künftiger Bürgermeister Jürgen Hoffmann ging im Pulk der Gratulanten fast unter. „Einfach nur platt“ war Stadtrat Michael Schüßler (links) vom Kooperationspartner FDP, den das Herzschlag-Finale sichtlich mitgenommen hatte.

Rodgau - (bp/lö) Woher kommt der Vorsprung von 132 Stimmen, die dem SPD-Bürgermeisterkandidaten Jürgen Hoffmann in der Stichwahl am Sonntag zum Sieg reichten? Ein Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Stadtteile gibt Antworten.

Hoffmann holte zum Beispiel in Dudenhofen mehr Stimmen als beim ersten Wahlgang, obwohl die Wahlbeteiligung am vergangenen Sonntag über 20 Prozent niedriger ausfiel. Für den Genossen stimmten am Sonntag in Dudenhofen 2053 Wähler.

64,4 Prozent für Hoffmann in Dudenhofen

Vor 14 Tagen, als mit Anette Schweikart-Paul (CDU) noch eine dritte Bewerberin im Rennen gewesen war, hatte Hoffmann in Dudenhofen nur 1935 Wähler für sich gewinnen können. Amtsinhaber Alois Schwab hingegen verlor dort im 14-Tage-Vergleich: von 1289 auf 1137. Hoffmann holte Dudenhofen mit 64,4 Prozent. Das war ein noch besseres Ergebnis als in seinem Wohnort Hainhausen, den er mit 55,7 Prozent gewann. In Nieder-Roden ließen beide Kandidaten Federn. Schwab büßte gegenüber dem ersten Wahlgang 216 Stimmen ein, Hoffmann 245. Er holte Nieder-Roden trotzdem mit 54,3 Prozent. Schwab blieb indes in Jügesheim der klare Sieger: 60,7 Prozent. Das gilt auch für Weiskirchen. Dort lag der Bürgermeister mit 338 Stimmen vorn.

Auch bei den Briefwählern gab Dudenhofen wohl den Ausschlag. Dort kletterte Hoffmanns Stimmenanteil von 45,4 auf 67 Prozent, während Schwab nur von 25,3 auf 33 Prozent zulegte. Es sieht so aus, als hätten gerade in Dudenhofen viele CDU-Anhänger im zweiten Wahlgang den SPD-Kandidaten unterstützt.

Der Vorsitzende des Stadtverbands der CDU, Dr. Bernhard Knaf sagte, das Zerwürfnis mit dem früheren Parteimitglied Alois Schwab habe der Union geschadet. Sie müsse einen Teil ihrer Klientel „nun wieder zurückgewinnen“. Die CDU habe „für Rodgau gestimmt“. Der künftige SPD-Bürgermeister müsse „auf alle Parteien zukommen“. Hoffentlich vergesse Hoffmann dann nicht, wer ihn unterstützt habe.

Es ist gut für Rodgau“, kommentierte Karl-Heinz Dauth (Freie Wähler) das Ergebnis. Das Dudenhöfer Wählerverhalten hatte er so erwartet.

Jürgen Hoffmann hat die SPD in den vergangenen zweieinhalb Jahren aus der Isolation herausgeführt“, freute sich der Stadtverbandsvorsitzende Gerd Bender. Die Entscheidung zur Kandidatur sei an Ostern 2007 gefallen. Das habe der Partei einen enormen Motivationsschub gegeben, den nicht einmal das Ypsilanti-Debakel und die Schlappe bei der Bundestagswahl bremsen konnten.

Winno Sahm wertete Hoffmanns Sieg auch als Bestätigung für die Grünen und die Sacharbeit der Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern.

Quelle: op-online.de

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