Durchbruch für die Narren

Rodgau ‐ Wenn‘s im Rathaus doch immer so schnell ging. Nur knapp 30 Sekunden brauchten die Junggugisheimer zum eigentlichen Durchbruch in den Verwaltungsbau und das Bürgermeisterzimmer im 2. Stock. Von Bernhard Pelka

Dann konnte das Prinzenpaar beim Rathaussturm die Stadtkasse aus den Händen des artig kapitulierenden Bürgermeisters Jürgen Hoffmann und seines ehrenamtlichen Magistratskollegen Helmut Trageser entgegen nehmen.

Doch außer Luftschlangen und ein paar Schokoladentalern war für Elisabeth I. und Matthias III. freilich nichts drin. Wie hätte es auch anders sein sollen? Die Stadt ist schließlich pleite.

Gar keine Pleite erlebten die Zuschauer zuvor während der etwa 45-minütigen Belagerung auf dem Rathausplatz. Die TGS-Barden Frank Eser und Markus Schleich hatten das Publikum bestens musikalisch vorgeglüht, bevor beim Bühnenprogramm das Rodgauer Narrenschiff samt der beiden Prinzenpaare auf der Rodau auf Kreuzfahrt durch die Stadtteile ging.

Unter tatkräftiger Unterstützung der rudernden Zuschauer sammelte die „RS Giesem“ (wegen der hohen Spritpreise ein Ruderschiff) in jedem Stadtteil mutige Gefolgsleute ein, um für den Rathaussturm personell gerüstet zu sein.

Der Bürgermeister tönte vom Balkon zwar selbstbewusst, er sei gut gerüstet. Schließlich müsse er sich ja auch im Parlament behaupten. Doch alle Gegenwehr war dann vergebens. Die Narren eroberten den Chefsessel im Handstreich - ganz so, wie die Regie es bei solchen Anlässen üblicherweise vorgibt.

Die Damen der Pressestelle und aus dem Bürgermeistervorzimmer sah man in Kreuzritterkostümen. Aber auch sie mussten letztlich kapitulieren. Echte Verkehrsschilder (Einbahnstraße, Durchfahrt verboten) wiesen den Narren den Weg - mithin einen Rundlauf zwischen Flur, Vorzimmer, Bürgermeisterzimmer und Magistratssaal, der erstmals in den Rathaussturm einbezogen war. „Auch die Akten gehen hier immer im Kreis“, spottete einer der Gäste - was natürlich keiner übel nahm. Es ist ja Fastnacht . . .

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pelka

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