Egerländer müssen kürzer treten

Jügesheim (eh) ‐ Die Egerländer geben ihr Vereinsheim in der Schwesternstraße auf. „Wir sind schon fest am Ausräumen“, berichtet Vorsitzender Toni Tumpach. Zum 31. März soll das Obergeschoss des alten Schwesternhauses leer sein.

Schweren Herzens hatten die Mitglieder der Eghalanda Gmoi z‘Rodgau in ihrer Hauptversammlung beschlossen, das „Gmoiheim“ zu räumen. Dieser Schritt hat finanzielle Gründe. Der Verein sei nicht mehr in der Lage, die Miete und Nebenkosten aufzubringen, erklärt Tumpach: „Zusammen sind es fast 500 Euro im Monat.“ Vor allem die hohe Stromrechnung stelle eine Belastung dar.

Nun suchen die Egerländer dringend eine Unterstellmöglichkeit für ihren Computer, das Fotokopiergerät und für die Vereinsfahne. Wer einen trockenen Raum zur Verfügung stellen möchte, kann sich unter z 4359 bei Toni Tumpach melden.

„Mir tut das weh“, sagt der Gründer und Vorsitzende. Seit Oktober 1978 steht er an der Spitze des Vereins. Zwölf Männer und neun Frauen, Heimatvertriebene aus dem Egerland, hatten damals ihre Gmoi gegründet - ohne revanchistische Gedanken, sondern einfach aus Liebe zur alten Heimat. Das Ziel: die Erinnerung lebendig erhalten und an jüngere Generationen weitergeben. Mundart, Musik, Lieder, Tänze und überlieferte Bräuche pflegen die Egerländer in Rodgau seit mehr als 30 Jahren. Die Blaskapelle um Gregor Tumpach galt 15 Jahre lang als Garant für gute Unterhaltung. Und die Egerland-Jugend sorgte auch dann noch vielen Veranstaltungen für Farbtupfer, als die Egerländer Heimatvereine in anderen Städten längst über Mangel an Nachwuchs klagten. Zu ihrer Blütezeit hatte die Eghalanda Gmoi z‘Rodgau 240 Mitglieder. Jetzt sind noch 136 Personen dabei. Erst vor kurzem hatte die Gmoi wieder einige Todesfälle zu beklagen.

Bei vielen festlichen Anlässen und Umzügen waren die Egerländer in ihren Trachten gern gesehene Mitwirkende. Mit Veranstaltungen schenkten sie Gästen schöne Stunden - beim Maitanz, Kirchweihtanz oder am geselligen Hutzaaubmd. Doch bei der jüngsten Tanzveranstaltung blieb die Besucherzahl trotz des auf 17 Uhr vorverlegten Beginns hinter den Erwartungen zurück, wie Toni Tumpach mit Bedauern erzählt: „Wir können keine Veranstaltungen mehr machen, uns fehlen die Leute.“

Quelle: op-online.de

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