Egner-Haus optimiert die Beratung

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Die Tagesstätte im Gretel-Egner-Haus ist nicht ausgelastet. Von zwölf Plätzen sind nur fünf besetzt.

Dudenhofen (bp) ‐ Die Tagesstätte im Gretel-Egner-Haus ist nicht ausgelastet. Von zwölf Plätzen sind nur fünf besetzt. Dies liegt an der mangelhaften Vernetzung von Behörden und Pflegeeinrichtungen in Rodgau und im Kreis Offenbach.

Überdies ist vielen potenziellen Nutzern dieser Einrichtung nicht bekannt, dass sie gemäß dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz Gelder in Anspruch nehmen können, die sonst verfallen. Dies war Thema einer Podiumsdiskussion, veranstaltet von der Tagesstätte des Gretel-Egner-Hauses. Heimleiter Horst Thuro kündigte an, er wolle eine Pflegeberatungsstelle einrichten. Einmal in der Woche solle das Gretel-Egner-Haus Anlaufstelle für interessierte Bürger sein und über Betreuungsangebote und finanzielle Belange informieren.

Veranstaltung sei Plattform, sich auszutauschen

Die ehrenamtliche SPD-Stadträtin Gisela Schmalenbach und der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Kaiser verwiesen als Podiumsteilnehmer auf den Seniorentag einmal im Jahr. Diese Veranstaltung sei eine Plattform, um sich auszutauschen. Außerdem kam der Vorschlag, einen runden Tisch mit Senioren und Pflegeeinrichtungen im Kreis Offenbach einzurichten, um Kontakte zu verbessern.

Thema der Diskussion im Egner-Haus war: „Tagespflege als Ergänzung der ambulanten Versorgung - Chancen und Möglichkeiten nach dem Pflegeweiterentwicklungsgesetz“. Eine Präsentation verschaffte einen Eindruck von der Arbeit der Tagesstätte. Außer dem Vertreter des DBfK (Berufsverband für Pflegende), Uwe Stricker, und Facharzt Dr. Stephan Orlemann diskutierten Gisela Schmalenbach, Jürgen Kaiser und für die CDU Stadträtin Elke Tomala-Brümmer.

Eine Mitarbeiterin der Tagesstätte berichtete von ihrer Arbeit. Die Frau kritisierte die mangelnde Vernetzung von Behörden und Pflegeeinrichtungen im Kreis Offenbach, speziell aber in Rodgau.

Appel, Rahmenbedingungen zu verbessern

Während der Diskussion kam zum Ausdruck, dass derzeit schon ein Pflegenotstand herrsche. Nach Ansicht des Vertreters des DBfK liegt das nicht an mangelndem Nachwuchs. Vielmehr zögen sich Pflegende schon nach kurzer Zeit aus dem Beruf zurück, weil sie den Belastungen und immer höheren Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Er appellierte an die Politik, endlich die Rahmenbedingungen zu verbessern. Das neue Gesetz könne das Problem nicht lösen. Qualität koste Geld. Für Qualität brauche man Qualifikation. Auch diese koste Geld. Doch das sei nie ausreichend da gewesen.

CDU-Vertreterin Tomala-Brümmer beklagte, dass Pflegekräfte sehr viel Zeit für Dokumentationen brauchten, statt Patienten zu betreuen. Es folgte eine hitzige Debatte darüber, denn das konnten die Pflegekräfte nicht unkommentiert lassen.

Eine Angehörige kritisierte, „dass man von Pontius zu Pilatus geschickt wird, aber keiner sagen kann, welche finanziellen Mittel man als pflegende Angehörige hat und wo man diese abrufen kann“. Es wurde Kritik an der Seniorenberatungsstelle und an der Politik geübt.

Quelle: op-online.de

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