Ehemaliger Lagerfriedhof in Rollwald wird umgestaltet

Neues Gesicht für die Gedenkstätte

Dieser Stein soll auch im Mittelpunkt der neu gestalteten Gedenkstätte stehen. Die Informationstafeln bleiben am Rand der Anlage.

Rollwald - Die Gedenkstätte auf dem ehemaligen Friedhof des Lagers Rollwald wird neu gestaltet. Das Stadtparlament stellt dafür 75 500 Euro bereit.

„Ein würdevoller Ort“ soll entstehen. So hat Landschaftsarchitekt Dirk Melzer (Köln) seinen Entwurf genannt. Melzer hatte bereits den sogenannten Helixpark fürs Baugebiet Hainhausen-West (H 17) entworfen.Der Gedenkstein bleibt das zentrale Element der kleinen Grünanlage. Der bisherige Trampelpfad wird durch zwei befestigte Wege ersetzt, die in Form eines schrägen Kreuzes angeordnet werden. Die Wege sind breit genug, damit die Teilnehmer der jährlichen Gedenkfeier auf dem Trockenen stehen können.

Ein Gedenkstein und drei Informationstafeln erinnern an das Lager Rollwald und den ehemaligen Friedhof. Die Gräber wurden 1965 aufgegeben.

Die Altglascontainer werden versetzt. Dadurch entsteht Platz, um die Reihe der Parkplätze zu öffnen und einen breiten Zugang zur Gedenkstätte zu schaffen. Die große Eiche wird zum Blickfang des Hauptwegs. Einige Stelen mit stilisiertem Stacheldraht symbolisieren die Einzäunung des früheren Lagers. Blühende Narzissen markieren im Frühjahr einzelne Grabstätten.Der Lagerfriedhof erhalte dadurch „eine Nutzungskonzeption und Formensprache, die sich am aktuellen Zeitgeschehen orientiert und gleichzeitig Möglichkeiten für ein gemeinsames oder auch alleiniges Gedenken bietet“, würdigt der Magistrat.

„An kaum einem anderen Ort in Rodgau sind Aspekte der deutschen und der Rodgauer Geschichte so gut zu vergegenwärtigen“, betonte Kulturdezernent Winno Sahm am Montag vor den Stadtverordneten. Es gezieme sich, diesem Platz „eine auf Dauer angelegte Erinnerungsqualität zu verleihen“.Der Stadtrat erinnerte daran, dass die damalige Gemeinde Nieder-Roden den Friedhof 1965 auflöste, um die Pflegekosten nicht tragen zu müssen. Erst nach weiteren Kontroversen wurde 1983 ein Gedenkstein aufgestellt.

Für die Umgestaltung der Anlage stimmte die Kooperation aus SPD, Grünen, FDP und Rodgauer Liste sowie die Fraktion der AfD. Die kurze Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung vom Montag drehte sich ums Geld. Wegen einer „gewaltigen Kostensteigerung“ werde die CDU nicht zustimmen, kündigte Lars Neumann an: „Ursprünglich waren wir von 35 000 Euro ausgegangen.“

Weizen für Opa, Salbei für Oma - Originelle Grabpflanzen

„Wenn ich eine Gedenkstätte haben will, dann kostet sie eben auch Geld“, entgegnete Benjamin Schwarz (Grüne). Doch auch der Kooperation war das Projekt zu teuer: Sie forderte, auf die vorgesehene Beleuchtung zu verzichten. Sechs Pendelleuchten, wie sie auch im Lager üblich waren, sollten in subtiler Form an die Geschichte des Orts erinnern. Trotz der Kosten lehnte die CDU den Rotstift an dieser Stelle ab. Die Beleuchtung sei ein essenzieller Bestandteil des Konzepts, so Lars Neumann. (eh)

Quelle: op-online.de

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