Künftigem Logistikpark im Weg

Eidechsen müssen umziehen

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Dudenhofen - Die Stadt hat dem Tschechischen Projektentwickler VGP zwischen der verlängerten Bleichstraße und der Gänsbrüh für 24.500 Euro 5000 Quadratmeter Land verkauft.

Die Fläche dient dem artenschutzrechtlichen Ausgleich für den Bau eines Logistik- und Gewerbeparks zwischen. Blumenau und der Kreisquerverbindung. Dem Neubauprojekt müssen Zauneidechsen, die unter Schutz stehen, weichen.

Sie werden von Hand auf die jetzt von VGP erworbene Fläche umgesiedelt. VGP muss 30 Jahre alle artenschutzrechtlichen Vorgaben auf dem Gelände erfüllen. Zauneidechsen sind gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und stehen in der Bundesrepublik auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Gewerbegebiet auf 27 Hektar Fläche

Zwischen der Bundesstraße 45 und der Kompostierungsanlage entstehen in einem ganz neuen Gewerbegebiet auf 27 Hektar Fläche riesige Lagerhallen. Der städtischen Wirtschaftsförderung war das Kunststück gelungen, 90 Grundstückseigentümer unter einen Hut zu bekommen. Sie verkauften 57 Flurstücke zwischen 800 und 18.000 Quadratmeter zum einheitlichen Preis von 50 Euro je Quadratmeter.

Vor gut einem Jahr hatte die VGP-Gruppe ihr Projekt den Stadtverordneten vorgestellt. Damals hatte es geheißen, die Gruppe verfüge über 155 Millionen Euro Kapital aus Bankdarlehen und über 40 Millionen Euro auf dem Konto. Hauptgesellschafter sei eine belgische Unternehmerfamilie. VGP-Chef Jan van Geet verdiente sein Geld früher mit der Produktion von Babywindeln.

Längen von bis zu 24 Zentimeter

Gemäß dem Internetlexikon Wikipedia erreichen Zauneidechsen im deutschsprachigen Raum eine Längen von bis zu 24 Zentimeter. Zu ihren natürlichen Feinden gehören Vögel und Säugetiere, aber auch andere Reptilien. Sie stehen auf dem Speise plan von Greifvögeln, Rabenvögeln, Staren, Fasanen, Amseln, Mardern, Füchsen, Igeln und Schlingnattern.

Maulwurfsgrillen und Laufkäfer fressen die Eier der Echse. Es heißt, die Reptilien seien auch durch streunende Hauskatzen bedroht. Der größte Feind ist freilich der Mensch und dessen Bau- Wut. „Bestände der Zauneidechse werden vor allem durch die Zerstörung von Lebensräumen und Kleinstrukturen in der Landschaft dezimiert. Dazu gehören etwa die Rekultivierung von Ödland, die Wiederbe- wirtschaftung von Brachen, der Verlust von Randstreifen und Böschungen, eine intensive Landwirtschaft oder auch die Fragmentierung der Landschaft durch Straßenbau bzw. Siedlungsbau“, heißt es bei Wikipedia.

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bp

Quelle: op-online.de

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