Rücksicht geht vor Grill-Spaß

Grillverbote in Hausordnungen sind zulässig

Rodgau - Sommerzeit ist Grillzeit. Die Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund Rodgau und Umgebung weist auf mögliche juristische Folgen von zu viel Qualm hin. Generell gelte: „Gegrillt werden darf nur dann, wenn andere nicht belästigt werden“, stellt der Vorsitzende, Dr. Thomas Kilz, klar. 

Das schließe grundsätzlich die Benutzung eines Holzkohlegrills auf dem Balkon - zum Beispiel in einem Mietshaus - aus. „Ganz abgesehen von der Brandgefahr für das Gebäude und der Gefahr für die Bewohner. “ Auch ein Gasgrill auf einem Balkon - wenn auch ohne Rauchentwicklung - sei wegen der Grilldämpfe nicht zulässig.

Erlaubt sei dort allenfalls ein Elektrogrill, wenn es nicht zur Beeinträchtigung der Nachbarschaft komme. Haus-&-Grund-Geschäftsführer Jürgen Resch klärt auf: „Der manchmal vorgebrachte angebliche Grundsatz, jeder dürfe einmal pro Woche grillen, ist kein solcher, weil er in einem Mehrfamilienhaus mit beispielsweise zehn Wohnungen dazu führen würde, dass im Haus täglich mehrmals gegrillt wird“.

Grillkurs in der Volkshochschule

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Es müsse Absprache zwischen den Nachbarn getroffen werden, so dass diese ihre Zustimmung erklären und Fenster und Türen geschlossen halten können. Das bedinge aber nicht, dass von diesem Recht regelmäßig Gebrauch gemacht werden kann. Viele Hausordnungen in Mietverträgen verbieten das Grillen auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Das sei grundsätzlich zulässig wegen der Belästigung und der gebotenen Rücksichtnahme. Auch in Gemeinschaftsordnungen von Wohnungseigentumsanlagen können Verbote enthalten sein. Die Rechtsprechung lasse solche Grillverbote durchaus zu.

(bp)

Quelle: op-online.de

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