Präventionsmobil der Polizei

Einbrecher suchen immer den schnellsten Weg 

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Kriminaloberkommissar Alexander Grösch vom Fachkommissariat K21 berät ein Ehepaar in ihrem Haus und schaut sich besonders die Balkontüren und Fenster an.

Dudenhofen - Ein Schlitzschraubenzieher, ein unbeobachteter Moment und etwas kriminelle Energie reichen aus und ruck-zuck steht die Balkontür offen und der Einbrecher im Wohnzimmer.

Um dieses Horrorszenario für jeden Bewohner einer Wohnung oder eines Hauses zu vermeiden, informierten die Beamten des Polizeipräsidiums Südosthessen darüber, wie man vorbeugen kann. Interessierte Bürger konnten sich am Präventionsmobil des Hessischen Landeskriminalamtes informieren. Zur selben Zeit gingen Kollegen der Bereitschaftspolizei und des Fachkommissariats K21, das für Einbrüche in Stadt und Kreis Offenbach zuständig ist, von Haustür zu Haustür und warfen einen ersten Blick auf den Zustand von Türen und Fenstern.

Es ist nicht mehr die Abendzeit, in der Einbrecher im Schutz der Dunkelheit umherziehen. Die Aufklärungsquote ist in Hessen mit 20 Prozent zwar im Verhältnis zu anderen Bundesländern recht gut, aber noch immer gering. „Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz“, erklärte Hauptkommissar Peter Bender vom Polizeiladen Offenbach. Aber Sicherungsmaßnahmen verlängern die Zeit entscheidend, die ein Einbrecher zum Einsteigen braucht. Und das kann dem Täter den Coup schon beträchtlich vermiesen.

Gelegenheitstäter machen Großteil der Einbrüche aus

Auch wenn sich professionelle Täter selbst von den modernen Sicherheitssystemen nicht abhalten lassen, wenn sie gezielt in ein Objekt eindringen wollen, so sind es doch die Gelegenheitstäter, die den Großteil der Einbrüche ausmachen. Diese Täter suchen eine günstige Gelegenheit. Finden sie die nicht, ziehen sie weiter. Deshalb können von außen erkennbare Sicherheitsvorkehrungen bereits im Vorfeld abschrecken.

Aber auch wenn das Aufhebeln eines Fenstern zu lange dauert, lassen die Täter oftmals davon wieder ab. „Wir sind da, damit es in Zukunft keine Einbrüche mehr gibt“, will sich Bender nicht auf die Statistik berufen. Häufigstes Ziel von Einbrechern seien abgelegene Fenster und Balkontüren. Bender hat einfache aber effektive Tipps: Die Fenster nicht kippen, wenn man das Haus verlässt und Türen immer abschließen. Bei Sanierungen (zum Beispiel dem Tausch der Fenster) lohne sich eine kostenlose Beratung im Vorfeld, denn dann können die Einbaukosten deutlich reduziert werden. Späteres Nachrüsten komme immer teurer.

„Wir hatten schon zwei Einbrüche“, berichtete eine ältere Dame am Präventionsmobil, die inzwischen deutlich nachgerüstet hat, aber dennoch immer auf dem aktuellen Stand bei der Sicherheitstechnik bleiben möchte. Zusätzlich zu einem Besuch im Polizeiladen in Offenbach kommen die Beamten nach Terminvereinbarung auch zu Mietern und Eigentümern nach Hause und schauen vor Ort nach den besten Möglichkeiten.

Haustüren sind inzwischen gut gesichert, dafür werden aber Kellertüren vernachlässigt. Aus diesem Grund hatten die Beamten bei ihren Hausbesuchen ein besonderes Auge auf diese häufigen Schwachstellen. „Die sind immer nur über die Terrassentür gekommen“, berichtete eine Dame, der die Beamten in Zivil einen Besuch abgestattet haben. Jetzt hat sie Zusatzschlösser. Abschließbare Fenstergriffe seien dagegen praktisch nutzlos, erläuterte der Fachmann. Was Tätern zusätzlich entgegenkomme seien zudem schlecht einsehbare Rückseiten an Gebäuden, weil die Täter hier unbemerkt auch längere Zeit agieren können. „Deshalb haben wir hier auch Lampen mit Bewegungsmelder im Garten, damit das dann sofort hell ist“, sagte die Dame den Beamten stolz.

Wachsamkeit und Aufmerksamkeit besser als das beste Schloss

Einige Häuser weiter hatte man in der Vergangenheit nicht so viel Glück gehabt. Seit Anfang der 90er-Jahre wurde bereits mehrfach eingebrochen. „Wir hatten es damals förmlich gespürt“, berichtet das Ehepaar über die Zeit vor dem ersten Einbruch, als auch in der Nachbarschaft häufig eingestiegen wurde. Seitdem haben auch sie massiv aufgerüstet, aber ohne sich die Optik des stilvoll eingerichteten Reihenhauses ganz zu verschandeln.

„Sie können 10.000 Euro investieren und sind trotzdem noch nicht vor Einbrüchen sicher“, stellten sie gemeinsam mit den Beamten fest. Manchmal helfe Wachsamkeit und Aufmerksamkeit mehr als das beste Schloss. „Wir sind dankbar für jeden Hinweis bei seltsamen Beobachtungen“, erklärte Kriminaloberkommissar Alexander Grösch. „Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig“.

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pep

Quelle: op-online.de

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