Ferien-Kultwoche des Projekts Kultinklusive

Eine echt coole Truppe geworden

+
Joachim Harbut zeigt in seinem Zauberstab-Workshop, wie geschmiedet wird. Mit entsprechender Schutzkleidung dürfen sich die Kinder und Jugendlichen ausprobieren und lernen, wie man mit Gefahren umgeht. Ovales Bild: Detail vom Zauberstab.

Jügesheim - Auf dem Gelände der Open-Stage-Halle geht es beim Schmieden mit Joachim Harbut zur Sache. Einmal im Jahr bietet die Akademie Kultinklusive des Vereins Gemeinsam mit Behinderten in den Ferien die „Kultwoche“ an. Von Simone Weil

22 Teilnehmer mit und ohne Behinderung im Alter von 12 bis 24 Jahren werden dabei von verschiedenen Künstlern angeleitet. Begleitet von Christopher Bihn, Christian Guckes und Tanja Jakoby wird täglich fünf Stunden gearbeitet. Die Herausforderung dabei ist das Schaffen eines gemeinsamen Werkes, in dem alle ihre Fähigkeiten einbringen können – die Behinderung spielt dabei keine Rolle. Bei der mittlerweile dritten Kultwoche zeigt sich, wie sehr die

Gruppe schon zusammengewachsen ist. Zwar sind auch immer wieder Neulinge dabei, aber ein fester Kern eben bereits zum dritten Mal. Auch außerhalb der Ferien finden Treffen statt. Einmal im Monat samstags werden Ausflüge angeboten und auch Wochenendtrips etwa zum Rodeln auf dem Feldberg oder zur Tour in den Europapark.

In einigen kreativen Formen haben die Kinder und Jugendlichen sich schon ausprobiert, aber das Schmieden ist völlig neu für sie. Gerade wird das Feuer entfacht. Mit dessen Faszination arbeitet der Künstler Joachim Harbut in seinen Seminaren. Das heute die Hälfte der Gruppe aus behinderten Kindern und Jugendlichen besteht, spielt für den gebürtigen Offenbacher keine Rolle.

Seine „spielerisch-pädagogischen Workshops“, wie er die Angebote nennt, werden auf die jeweilige Gruppe zugeschnitten. Dabei spielt der Umgang mit Gefahren eine große Rolle. Deswegen ist Schutzkleidung Pflicht: Jacke, Handschuhe, Schutzbrille, Maske. Wer seine Ängste vor den Flammen bändigt, gewinnt dafür Selbstbewusstsein.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Rodgau

Ein Zauberstab soll entstehen: Zunächst wird der Stab geschmiedet, in der Goldwerkstatt mit einer Golddrahtbürste veredelt und in der Juwelenwerkstatt mit einem Glasstein verziert. Alle sind eifrig bei der Sache: „Zum Abkühlen des Stabs müsst ihr ihn in den Eimer tauchen und bis 30 zählen“, erklärt Harbut. Wie schön die Zauberstäbe und auch andere Gegenstände Dinge geworden sind, können Gäste der kleinen Ausstellung sehen, die heute zwischen 17 und 19 Uhr in der Halle an der Stettiner Straße für alle offensteht.

Tanja Jacoby jedenfalls ist zufrieden mit Aktionen und Stimmung. Sie ist begeistert von Teilnehmern wie Mareike (15), die extra aus Mainflingen kommt, um dabei sein zu können: „Wir sind so eine coole Truppe“, findet der Teenager. Ihre Freundinnen und sie scheuen sich übrigens nicht, Fotos des ganzen Kultteams bei Instagram oder auf Facebook zu posten, auch wenn insbesondere die Kinder mit Downsyndrom offensichtlich als Behinderte auszumachen sind.

Auf diesen offensiven Umgang mit Gehandicapten ist Tanja Jakoby regelrecht stolz. Was für sie wichtig ist auf dem Weg zur Inklusion: Alle werden ganz normal behandelt. Und zwar alle gleich. Extrawürste gibt es nicht. Auch nicht für die Behinderten.

Kennen Sie die Wappen aus der Region?

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare