Proben für großen Moment

Ausflug in Wunderwelt von Peter Pan

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2 In die Wunderwelt von Peter Pan entführen die jungen Tänzer aus Nieder-Roden ihr Publikum. -  Fotos: Karin Klemt

Nieder-Roden - Peter Pan und seine Freunde schweben zur Landung ein. Gut ein Monat noch, dann kommen sie in Rodgau an. Mit „Dancing to Neverland“ präsentiert die Nieder-Röder Tanz- und Ballettschule „Tanzbetrieb“ am 25. März ihre zweite große Show im Bürgerhaus Dudenhofen.

Von den Kostümen bis hin zur Choreografie ist fast alles hausgemacht. Darien Joy Becker lebt ihren Traum. Getanzt hat die 25-Jährige Choreografin und Schulleiterin schon als kleines Kind für ihr Leben gern. Im Alter von vier Jahren begann sie mit Ballett-Unterricht, vier Abende pro Woche verbrachte sie als Schülerin in Tanzstudios. Mit 17 Jahren, kurz vor dem Abitur, leitete sie an einer Rodgauer Grundschule ihre erste Tanz-AG. „Da wusste ich: Das ist es, was ich machen will“, sagt Becker. Dabei habe sie bei aller Begeisterung vorher nicht daran gedacht, Tanzlehrerin zu werden.

Kreativ zu sein und mit Kindern zu arbeiten, hatte sie sich freilich schon immer gewünscht. Als Älteste von vier Geschwistern hat Darien Joy Becker alles Mögliche ausprobiert: Klavier gelernt, in einer Band der Musikschule mitgespielt und später in einer freien Combo den E-Bass gezupft, Zeichenkurse belegt und eine Weile ernsthaft gemalt. Jedes ihrer Talente nützt ihr im „Tanzbetrieb“, den sie vor drei Jahren gründete. So hat sie einen Großteil der Kostüme, die das Publikum im „Neverland“ zu sehen bekommen wird, selbst entworfen.

Das Tanzen blieb indessen stets der rote Faden und die große Leidenschaft. Zusätzlich zu den Ballettstunden entdeckte sie mit 14 Jahren den Hip-Hop für sich und nahm Unterricht in Frankfurt: „In Rodgau gab es damals nichts“. Fasziniert habe sie vor allem der Kontrast zum klassischen Ballett: Technisch nicht weniger anspruchsvoll, aber „nicht so steif und nicht so streng. Man tanzt locker in den Boden rein“.

Für „Dancing to Neverland“ trainiert die Hip-Hop-Gruppe jeden Mittwoch im Nieder-Röder „Tanzbetrieb“. Ende März steht die Show im Bürgerhaus Dudenhofen auf dem Programm.

Auch im Peter-Pan-Programm spielt Hip-Hop eine Rolle. Ein rundes Dutzend Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis zwölf Jahren übt jeden Mittwochnachmittag im Tanzlokal an der Breslauer Straße. Mit spürbarer Begeisterung ist die Truppe bei der Sache. Ihre Trainerin spart nicht mit Anerkennung: „Sie sind richtig gut“, lobt Darien Joy Becker laut genug, dass alle es hören können. Den richtigen Ton trifft die Jungunternehmerin offenbar von Anfang an. Als sie nach drei Jahren Ausbildung in Tanzpädagogik und Choreografie in Mannheim im September 2015 daheim in Nieder-Roden den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, war ihr Abschlusszeugnis erst wenige Wochen alt. Ihr Konzept kommt offenbar an: Betrieb herrscht im „Tanzbetrieb“ die ganze Woche. Die jüngsten Schüler sind drei Jahre alt, die ältesten über 70. Entsprechend breit ist das Angebot: Hip-Hop, Breakdance, klassisches Ballett und zeitgenössische Tanzstile, die Becker „Contemporarys“ nennt. Für reifere Herrschaften sind Gesellschaftstänze im Angebot, junge Paare entwickeln mit der Lehrerin den individuellen Hochzeitstanz.

Drachenfest 2017 am Badesee Nieder-Roden: Bilder

Aktuell hat die Chefin Unterstützung von einer Schulpraktikantin, sonst stemmt sie den Betrieb – einschließlich Büroarbeit, Marketing und Online-Präsenz – weitgehend allein. In Rodgau wird sie immer häufiger wahrgenommen. 2017 etwa traten Gruppen aus dem „Tanzbetrieb“ unter anderem beim Oktoberfest am Selgros in Weiskirchen, auf der Rodgau-Meile, beim Sommersonntag auf dem Puiseauxplatz, beim Herbstfest und beim Adventsmarkt in Jügesheim auf. Die bisher spektakulärste Darbietung war Beckers „Dornröschen“-Inszenierung vor rund eineinhalb Jahren mit mehr als 350 Zuschauern im Dudenhöfer Bürgerhaus. Akteure quer durch alle Altersgruppen wirkten mit – so wie im März bei „Dancing to Neverland“. (zrk)

Quelle: op-online.de

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