Ferienspiele in Jügesheim

Einer sucht immer irgendetwas

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Auf dem Hof der Georg-Büchner-Schule findet während der aktuellen Ferienfreizeit eine Spielolympiade statt. Stefan Uzak will von den jungen Teilnehmern wissen, was sie gut finden und was nicht. Unten links: Büroarbeit gehört auch bei den Ferienspielen dazu.

Jügesheim -   Ferienspiele bescheren daheimgebliebenen Jungen und Mädchen einen netten Zeitvertreib mit anderen Kindern. In Rodgau haben die Freizeiten schon lange ihre Fans und Stammgäste. Von Simone Weil 

Stefan Uzak, den Leiter der Ferienspiele an der Jügesheimer Georg-Büchner-Schule, durften wir für unsere Serie begleiten. Wo ist? Wer hat? Das sind die zwei Fragen, die immer wieder gestellt werden: Wo sind die Puzzleteile für die Schatzkarte? Wo die Ersatzkappen? Wer hat die Reißzwecken gesehen? Im improvisierten Büro in der Georg-Büchner-Schule (GBS) herrscht reges Treiben. Denn jetzt muss die Spieleolympiade vorbereitet werden. Dazu brauchen die Betreuer aber noch diverse Utensilien. „Wir müssen noch eine Trinkpause einbauen“, erinnert Kristin Bott.

Im Moment aber ist Stefan Uzak mit etwas anderem beschäftigt. Er hat nämlich gerade entdeckt, dass die Jungs vorne auf dem Schulhof Fußball spielen. „Das gefällt mir nicht, dass sie die T-Shirts ausziehen“, sagt er. Das ist an einem so heißen und sonnigen Tag wie heute ein Problem, denn einen Sonnenbrand haben sie sich schnell geholt.

Die Betreuer sind sowieso dauernd hinter den Kindern her, um sie daran zu erinnern, dass sie sich mit Sonnenmilch einreiben, Kappen aufsetzen und viel trinken. Das leuchtet aber nicht jedem der jungen Teilnehmer ein. Allerdings haben die Jungen und Mädchen sich trotzdem an Regeln und Absprachen zu halten. So dürfen sie beispielsweise nicht auf die Treppenaufgänge. „Die sind tabu, dort sehen wir sie nicht“, erklärt ein Betreuer.

In einem Wochenendseminar habe sich die Teamer auch auf Konflikte vorbereitet, etwa wenn ein Kind nichts essen will oder ein bisschen bockig ist. „Wir hatten schon Situationen, da hat ein Kind einen Betreuer gebissen, aber das sind wirklich Ausnahmen“, erzählt Uzak.

Inzwischen sind einige der Spielstationen bereits aufgebaut. „Wenn die Spielolympiade läuft, wird es für mich etwas ruhiger“, sagt der Ferienspielleiter. Der 34-jährige Sozialarbeiter, der sonst im Jugendhaus Dudenhofen arbeitet, hat reichlich Erfahrung mit Ferienspielen und kann auf ein eingespieltes Team von Betreuern zurückgreifen, die sich fast alle kennen. „Aber manchmal ist es Stress“, gesteht er. Die Planung sei anstrengend, aber mit den Jahren komme die Routine hinzu. Am ersten Tag zum Beispiel gehe es rund, wenn die Gruppen sich erst kennenlernen müssen und alle wild durcheinanderwuseln. Mit dem Standort an der GBS ist der Jügesheimer Ferienspielleiter zufrieden: „Wir haben mehr Schatten als an der Wilhelm-Busch-Schule.“

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Während auf dem Schulhof Sackhüpfen, Flaschenwerfen und andere Geschicklichkeitsspiele angesagt sind, muss der Sozialarbeiter ins Büro, um schnell noch Mails zu beantworten und zu telefonieren. Darüber hinaus will der Sozialarbeiter noch eine „Eltern-Info“ schreiben:. Die Kinder sollen Sonnenmilch und Kappen nicht vergessen Außerdem ist noch eine Anfrage reingekommen, ob ein weiteres Kind in der kommenden Ferienwoche teilnehmen kann.

„Wir müssen dauernd Eltern hinterhertelefonieren“, ärgert sich Uzak. Die Eltern sagen nämlich immer seltener ab, wenn ein Kind nicht teilnimmt – aus welchem Grund auch immer. Draußen läutet die Glocke zum Wechsel an den Spiele-Stationen. Dabei sein wollen alle der 81 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren. Dafür bekommen sie auch ein Puzzleteil der Schatzkarte. Ist der Plan vollständig, kriegen die Ferienspielteilnehmer raus, wo die Panzerknacker die gestohlene Stadtkasse versteckt haben. Bis dahin aber haben die Jungen und Mädchen sicher noch jede Menge Spaß.

Quelle: op-online.de

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