FDP einigt sich auf Jürgen Hoffmann

Rodgau - (bp) Die FDP-Mitgliederversammlung hat sich am Dienstagabend in geheimer Abstimmung mit 20 Ja- zu acht Neinstimmen dafür entschieden, den SPD-Bürgermeisterkandidaten Jürgen Hoffmann bei der Wahl am 27. September zu unterstützen.

Es gab drei Enthaltungen und zwei ungültige Voten. Keine Mehrheit fand der Antrag von Klaus Henkel, die FDP solle auf eine Wahlempfehlung verzichten. 18 Mitglieder lehnten dies ab, 14 stimmten mit Ja, ein Mitglied enthielt sich. Diese Entscheidungen fielen nach gut drei Stunden gegenseitiger Vorwürfe, Rechtfertigungen und Zwischenrufe. Da half auch die eindringliche Bitte aus der Mitgliederschaft wenig, man möge sich nicht selbst zerfleischen. Schließlich stehe die FDP im Parlament mit der Mehrheitskooperation derzeit gut da und sei dadurch in der Lage, Politik zu gestalten.

Der Vorstand um den neuen Vorsitzenden Michael Schüßler hatte im Juli ohne Mitgliederbefragung verkündet, die Liberalen stützten Hoffmann. Klaus Henkel wertet dies als grobe Verletzung demokratischer Spielregeln und liberalen Gedankenguts. Er forderte, alle drei Bürgermeisterkandidaten sollten sich der FDP vorstellen. Der Vorstand sei nicht befugt, im Alleingang zu entscheiden.

Schüßler erläuterte, weshalb sich am Dienstag dann letztlich doch nur Hoffmann präsentierte. Dieser sei der Kandidat der Kooperation. Und mit Amtsinhaber Alois Schwab sei eine Zusammenarbeit nicht möglich. Das hätten die letzten frustrierenden Jahre gezeigt. Hoffmann sei die „einzig handlungsfähige Alternative“. Fraktionsmitglied Prof. Dr. Kurt Offenloch bekräftigte: „Die Fraktion kennt die Kandidaten bis zum Überdruss.“

Klaus Henkel wurde während der Versammlung vorgeworfen, sich lange aus der Politik zurückgezogen zu haben, um nun plötzlich ein „Scherbengericht“ abzuhalten und so zu tun, als besitze er „den Stein der Weisen“ (Wolfram Kroner). Henkel geriet besonders mit Fraktions-Chef Heino Reckließ aneinander, der eingestanden hatte, die Sache sei „handwerklich nicht toll gelaufen“. Henkel bezeichnete Reckließ als „Unglück für die FDP“. Fürsprecher des Fraktionsvorsitzenden lobten ihn an dem turbulenten Abend hingegen überschwänglich als „Glücksfall“.

Quelle: op-online.de

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