Stadtparlament zur Ortsmitte

Einkaufsmeile in Jügesheim?

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Zwischen Nikolauskirche und TGS-Halle soll nach dem Wunsch der Stadt eine Einkaufsmeile entstehen. Die Rodgau-Passage, die nördliche Seite der Schwesternstraße und weitere Häuser müssten dafür abgerissen werden. Die alte Apotheke und die alte Schule stehen unter Denkmalschutz und dürfen bleiben.

Jügesheim - Auf dem Weg zu einem neuen Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum zwischen Nikolauskirche und TGS-Halle ist die Stadt einen Schritt weiter. Ein unabhängiger Projektentwickler aus Baden-Württemberg soll nun ein Konzept erarbeiten, das möglichst viele Interessen unter einen Hut bringt.

Für die neue Einkaufsmeile müsste ein Teil der Ortsmitte plattgemacht werden: die nördliche Seite der Schwesternstraße, die Rodgau-Passage und einige weitere Häuser. Auf diese Weise sollen westlich und östlich der Ortsdurchfahrt zwei Baufenster von jeweils rund 5000 Quadratmetern entstehen, falls alle Eigentümer zustimmen. Fünf Monate nach einem ersten Grundsatzbeschluss hat das Stadtparlament am Montag entschieden, kein „Einkaufszentrum von der Stange“ zu nehmen, sondern lieber eine individuelle Lösung zu suchen. Die großen Investoren Ten Brinke und HBB hätten „08/15-Modelle“ präsentiert, betonte Heiko Lautenschläger (CDU): „Der Projektentwickler hingegen hat dargestellt, dass man sich die örtlichen Gegebenheiten erst ganz genau anschauen muss, um das Richtige für Rodgau zu finden.“

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„Ein Ufo mitten in die Stadt zu setzen, war nicht das Ziel“, sagte Ralf Kunert (SPD). Der Projektentwickler solle die Rolle eines Mediators übernehmen. Es gehe nicht darum, Städten wie Darmstadt, Aschaffenburg oder Offenbach Konkurrenz zu machen. Die Einwohner Rodgaus sollten aber die Möglichkeit erhalten, ihre Einkäufe vor Ort zu erledigen. Die geplante Einkaufsmeile sei „ein wesentlicher Mosaikstein der Rodgauer Stadtentwicklung“, befand Horst Böhm (Zusammen mit Bürgern). Es seit deshalb klar, „dass wir uns hier keine Fehler erlauben dürfen, die uns über Jahrzehnte begleiten“.

Der Beschluss fiel einstimmig bei drei Enthaltungen (FDP, ZmB). Entgegen dem ursprünglichen Antrag der regierenden Kooperation ist der Projektentwickler nicht mehr verpflichtet, einen städtebaulichen Vertrag auszuarbeiten, der einen Zeitraum für die Umsetzung enthält. Heino Reckließ (FDP) begründete die Enthaltung seiner Fraktion auch damit, der Beschlusstext schreibe dem Projektentwickler zu viel vor. Bürgermeister Jürgen Hoffmann bezeichnete den Beschluss gestern vor der Presse als ersehnten Startschuss. Seit zwei Jahren sei die Stadt im Gespräch mit Hauseigentümern und Einzelhändlern: „Die Eigentümer warten nur darauf, dass endlich dieser Beschluss kommt.“

Frühlingsmarkt in Jügesheim

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Nach dem bisherigen Meinungsbild erwartet Hoffmann kein wuchtiges Einkaufszentrum, sondern eher eine aufgelockerte Einkaufsstraße mit einer Blickbeziehung zwischen Kirche und alter Schule. Einig sei man sich darin, dass die bestehenden Geschäfte nicht verdrängt werden sollen. Ein breites Warenangebot für alle Bedürfnisse werde angestrebt. Den Ortskern Jügesheims als Stadtzentrum anzusehen, sei keine neue Idee. Hoffmann: „Die Entscheidung wurde in den 80-er Jahren getroffen, als man das Rathaus mitten in Jügesheim gebaut hat und nicht an der Rodgau-Ringstraße.“

(eh)

Quelle: op-online.de

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