Ortskern von Jügesheim

Viele Ideen fürs Einkaufszentrum

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Um dieses Areal geht es in der Diskussion um ein Einkaufszentrum in der Ortsmitte von Jügesheim: Die gelben Linien umreißen ganz grob den Bereich, den die vier Projektentwickler und Investoren überplant haben. Die alte Schule (Bildmitte) steht unter Denkmalschutz und soll stehen bleiben. Auf dem Luftbild vom Sommer 2010 ist noch das ehemalige Feuerwehrhaus zu erkennen, das inzwischen abgerissen ist.

Jügesheim - An den Plänen für ein neues Einzelhandelszentrum im Ortskern von Jügesheim wird weiter gefeilt. Von Bernhard Pelka und Ekkehard Wolf

Grundstückseigentümer, Bürgermeister Jürgen Hoffmann, die Wirtschaftsförderung und der Fachdienst Stadtplanung haben sich getroffen, um die Konzepte von vier Projektentwicklern und Investoren zu besprechen. Ergebnis: Alle Beteiligten sind weiterhin sehr interessiert, aber die Realisierung ist noch in weiter Ferne.

Gespräche über die städtebauliche Entwicklung des Ortskerns zwischen Ostring und Hintergasse laufen bereits seit vergangenen Sommer. In einer ersten Standortkonferenz wurden damals folgende Verkaufsflächen vorsichtig angedacht: 1200 Quadratmeter für Lebensmittel, 800 für einen Drogeriemarkt und 2000 für Bekleidung in maximal dreigeschossigen Gebäuden.

Das neue Zentrum könnte auf dem Grundstück des alten Feuerwehrhauses (es ist bereits abgerissen), auf Nachbargrundstücken und unter Einbeziehung der Rodgau-Passage sowie weiterer Anliegergrundstücke an der Schwesternstraße entstehen.

Konzepte sollen zur Diskussion anregen

Vier Projektentwickler und Investoren - zum Beispiel aus Offenbach und Hamburg - haben bisher ihre Vorstellungen präsentiert. Diese Konzepte seien lediglich Entwicklungsmöglichkeiten, „die eine ergebnisoffene Diskussion anregen beziehungsweise die Neigungen der Betroffenen ausloten“ sollen, heißt es in einem Protokoll vom jüngsten Treffen der „Interessengemeinschaft Jügesheim-Mitte“, das unserer Zeitung vorliegt. Es ist also noch alles offen.

Zwei Investoren wollen das neue Einkaufszentrum aus eigener Hand entwickeln, planen, bauen und dann auch betreiben. Einer der Projektentwickler könnte sich an der Ludwigstraße etwa auf Höhe der Rodgau-Passage einen neuen Stadtplatz vorstellen. Ein anderer regt den Bau einer überdachten Ladengalerie an, die möglicherweise sogar über die Ludwigstraße hinweg führt.

Welche Auswirkungen hat das auf den Autoverkehr? Ist das Ganze wirtschaftlich? Kann man durch eine Verkehrsberuhigung in der Ludwigstraße auf Höhe der Rodgau-Passage tatsächlich einen Marktplatzcharakter schaffen? Alles Fragen, die beim Treffen der Interessengemeinschaft aus Anliegern und Stadt diskutiert wurden.

Jügesheim als Einkaufsstandort attraktiver machen

Der Bürgermeister betonte dabei, dass in diesem frühen Projektstadium noch keinerlei konkrete Aussagen getroffen werden könnten. Derzeit seien Umfang und Größenordnung der Investition noch ungewiss. Baubeginn könne allerfrühestens in zwei bis drei Jahren sein.

Was sagen Beteiligte dazu? „Grundsätzlich finde ich die Entwicklung gut“, lobt Philipp J. Rupp, Inhaber der Rodgau-Passage. „Auch wie man bisher miteinander umgegangen ist und welche Schritte unternommen wurden ist in Ordnung. Dass das Ganze noch sehr, sehr lange dauert, ist klar.“

„Grundsätzlich begrüße ich, dass sich was tut“, sagt Christopher J. Spahn, dessen Bekleidungsgeschäft ein unmittelbarer Nachbar des neuen Einkaufszentrums wäre. Seiner Einschätzung nach ist es höchste Zeit, Jügesheim als Einkaufsstandort attraktiver zu machen. Seit vielen Jahren wanderten die Kunden ab; durch die S-Bahn habe sich das noch verstärkt. Spahn: „Wenn sich nichts verändert, wird es das Textilhaus Spahn in fünf oder zehn Jahren nicht mehr geben.“

„Ambitioniertes Vorhaben“

„Das Vorhaben ist ambitioniert“, betont Spahn. Alles hänge davon ab, dass die Eigentümer mitziehen. Innerhalb des Baufensters gebe es ungefähr zehn Eigentümer, deren Häuser und Grundstücke für das Bauprojekt benötigt würden: „Sie werden genau rechnen, ob sich ein Verkauf lohnt.“ Der Projektentwickler werde erst mit dem Bau beginnen, wenn das Objekt vermietet sei. Die Ladenmieten im Neubau müssten zwangsläufig höher sein als die bisher ortsüblichen Quadratmeterpreise. Christopher Spahn erwartet von dem geplanten Einkaufszentrum eine positive Belebung Jügesheims - trotz der massiven Veränderung des Ortsbildes und der Beeinträchtigungen durch die Großbaustelle.

„Für mich ist das noch eine ferne Vision“, beschreibt Niels Schmalenbach seinen Standpunkt. Er ist mit der gleichnamigen Hausverwaltung für die Rodgau-Passage als Verwalter zuständig. „Man darf nicht vergessen, dass wir laufende Mietverträge haben. Jeder will wissen, in welche Richtung es geht.“

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Quelle: op-online.de

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