Geschwister Dietze von Einrad-WM in Montreal zurück

Einradtricks der Weltklasse

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Felix Dietze beim X-Style-Wettbewerb der Einrad-Weltmeisterschaft in Montreal.

Dudenhofen - Stephanie und Felix Dietze kehren mit viel Edelmetall von von der Einrad-WM in Montreal zurück.

Stopft man ein paar Socken zwischen die Speichen und polstert es mit Kostümen sowie Schutzbekleidung, kann man damit bedenkenlos ein Flugzeug um die halbe Welt besteigen, ohne die zulässige Gewichtsgrenze zu überschreiten. Kritisch wird es, wenn man auf dem Rückweg zusätzlich einige Edelmetall-Medaillen transportieren muss. Vor diesem „Problem“ stehen Felix und Stephanie Dietze nach ihren Wettkämpfen bei der 17. Einrad-Weltmeisterschaft in Montreal, Kanada. Für die Geschwister vom TSV Dudenhofen war es die achte und mit insgesamt sechs Medaillen die bisher erfolgreichste WM. Der 26-jährige Felix Dietze sicherte sich in den Disziplinen „Downhill Gliding“ und „Coasting“ jeweils souverän den ersten Platz der Gesamtwertung. Bei diesen Wettkämpfen geht es darum, die Füße von den Pedalen zu nehmen und mit Schwung so schnell und so weit wie möglich auf dem Einrad zu balancieren. In den so genannten Freestyle-Wettkämpfen erlangte er mit seiner Einzelkür den vierten Platz, gemeinsam mit Till Wohlfarth vom Team Ajata den sechsten Platz und in einer Gruppenkür mit fünf Fahrern aus mehreren deutschen Vereinen, den vierten Platz – jeweils in der Gesamtwertung.

Thomas Gossmann (29), ebenfalls Sportler des TSV Dudenhofen, war Teil dieser Gruppenkür und erlangte mit seiner Einzelkür den zweiten Platz seiner Altersklasse. Im neuen Wettbewerb „X-Style“, den die beiden Rodgauer Sportler gemeinsam ausgerichtet hatte, sicherte sich Dietze den dritten Platz in der Gesamtwertung. X-Style unterscheidet sich von den klassischen Freestyle-Wettkämpfen. Anstelle einer Kür, die in Kostüm zu Musik gefahren wird, in der Fehler idealerweise nicht vorkommen, zeigen die Athleten ihre technisch schwersten Tricks und haben dafür mehrere Versuche. Stephanie Dietze, die sich auf Offroad-Einradfahren spezialisiert hat, bringt ein komplettes Set Medaillen mit zurück nach Deutschland. Die 28-Jährige bewies im Uphill-Rennen Muskel- und Willenskraft und kam so als erste ihrer Altersklasse oben im Ziel an. Im Cyclocross-Wettkampf, dessen Kurs kreuz und quer durch einen Park und über Hindernisse führt, erkämpfte sie die Silbermedaille ihrer Altersklasse. Beim Crosscountry-Rennen über Stock und Stein gewann sie den dritten Platz ihrer Altersklasse. Die Rodgauerin war an dieser Weltmeisterschaft zusätzlich erstmals Teil des Organisatoren-Teams und für die Ausrichtung der „Muni“-Wettkämpfe (von „Mountain Unicycling“) am drei Stunden entfernten Mont Tremblant verantwortlich.

Generalprobe im Einrad Freestyle (2012)

Generalprobe im Einrad Freestyle

Alle zwei Jahre werden Unicons („Unicycling World Championships and Convention“) in einem anderen Land ausgerichtet. Dabei steht neben den Wettkämpfen auch der soziale Aspekt im Vordergrund. Dieses Jahr reisten 1200 Sportler aus 32 Ländern nach Montreal, um ihr Können in 36 Disziplinen zu messen, sich gegenseitig zu inspirieren und Freundschaften zu pflegen. „Unicons sind die Olympischen Spiele des Einradfahrens“, so Felix Dietze. „Natürlich stehen die Wettkämpfe im Vordergrund, aber fast genauso wichtig sind Austausch und Spaß.“ Für die Geschwister Dietze war Montreal als Austragungsort auch symbolisch bedeutend: Ihr Vater nahm hier 1976 als Geräteturner an den Olympischen Spielen teil, nur wenige Meter von den Austragungsorten ihrer eigenen Wettkämpfe entfernt. Nach ihren Erfolgen haben die drei Sportler vom TSV-Dudenhofen nur eins im Kopf: die nächste Einrad-WM in zwei Jahren in San Sebastian, Spanien. Erst mal wollen allerdings die Medaillen sicher nach Hause transportiert werden – möglichst ohne Übergepäck.

sdi

Quelle: op-online.de

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