Eintrittskarten zur Einschulung

Rodgau (eh) - Rund 422 Kinder in Rodgau kommen am Dienstag in die Schule. Die Einschulung wird für viele ein Familienfest: Eltern, Großeltern, Taufpaten, Onkel und Tanten – alle wollen dabei sein. Da wird der Platz knapp.

Die Freiherr-vom-Stein-Schule zieht jetzt die Notbremse: Sie hat an die Eltern ihrer neuen Erstklässler Eintrittskarten verschickt, zwei Stück pro Familie.

„Ich finde es unverschämt, so was zu machen“, sagt eine Mutter aus Dudenhofen, die ihren Namen nicht nennen will. „Meine Eltern sehen das Kind nur drei Mal im Jahr und bei der Einschulung dürfen sie nicht mal dabei sein.“

Schulleiterin Ursula Eller begründet ihre Entscheidung mit Sicherheitsbedenken: „Nach Duisburg und der Loveparade hat man sich schon Gedanken gemacht. Wir dürfen nur 190 Stühle in die Turnhalle stellen.“ Bei einem Jahrgang mit 93 Kindern seien das nur zwei Plätze pro Familie. „Ich weiß, dass es Ärger gibt“, so Eller: „Die Eltern müssen verstehen, dass es um die Sicherheit geht. Ich habe es früher auch nicht so eng gesehen.“ Ein paar Stehplätze seien wohl möglich.

Seit Jahren beobachtet die Rektorin einen zunehmenden Andrang von Angehörigen: „Manche kommen zu fünft und zu sechst.“ Dabei gebe es auch manche Auswüchse zu beklagen: „Alle Eltern wollen vorne stehen und fotografieren. Ich verstehe das ja, aber sie nehmen ihren Kindern damit die Sicht.“

Das Bürgerhaus als Alternative scheidet für Ursula Eller wegen der Kosten aus. Selbst wenn der Saal mietfrei zu haben sein sollte, werde die Schule doch für Feuerwehr- und Sanitätsdienst zur Kasse gebeten. Aber: „Wenn Sie uns eine Videoleinwand geben, übertragen wir die Feier nach draußen.“ Das Gros der Väter halte sich sowieso im Freien auf.

Noch viel enger geht es in der Gartenstadtschule zu. Sie hat keine große Halle, sondern nur einen Turnraum mit Schiebewand. Bei der Einschulungsfeier ist Tuchfühlung garantiert. Selbst wenn alle 75 Erstklässler nur die Eltern mitbringen, wird es eng. Schulleiterin Ariane Lerch: „Ich finde es schwierig. Wir können den Großeltern nicht verbieten, da hinzukommen.“ Erstmals wolle man einen Gang an der Seite freihalten: „Damit die Kinder durchkommen, wenn sie aufgerufen werden.“

„Eng ist es immer“, sagt Susanne Fries von der Münchhausenschule. Die Cafeteria sei aber groß genug für 81 Erstklässler und 15 Vorklassenkinder mit Angehörigen.

An der Wilhelm-Busch-Schule Jügesheim sind Zugangsbeschränkungen kein Thema. „Zum Glück müssen wir das nicht machen“, sagt Schulleiterin Angelika Stelzer-Dasbach. Auch zu Zeiten der Dreizügigkeit habe die WBS alle Besucher in der Turnhalle untergebracht. In diesem Jahr ist die Lage entspannt: Es gibt nur zwei 1. Klassen und eine Vorklasse.

Nur 54 Erstklässler begrüßt die Carl-Orff-Schule. „Wir haben einen sehr schwachen Jahrgang“, sagt Schulleiterin Sabine Döring. Eine der drei 1. Klassen ist eine echte Ganztagsklasse.

Keine Platzprobleme hat die Schule am Bürgerhaus Nieder-Roden, wenn sie am Dienstag nur 47 Abc-Schützen begrüßt. Die Einschulungsfeier findet im Saal des Bürgerhauses statt. Schulleiterin Ingrid Löw: „Das ist ein viel festlicherer Rahmen.“

Quelle: op-online.de

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