Chancen und Risiken von Neuansiedlungen

Einzelhandel in Rodgau gibt Gas

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Braucht Rodgau noch weitere Verbrauchermärkte wie den Toom (7 400 m²) zwischen Dudenhofen und Nieder-Roden?

Rodgau - Kunden finden im lokalen Einzelhandel bisher 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche vor. Die Stadt strebt eine Verdoppelung dieser Verkaufsfläche an.

Ein Einzelhandelskonzept soll klären, wie der Spagat gelingen könnte, neue Geschäfte und Ketten anzusiedeln, ohne den Bestand zu gefährden. In sechs Monaten liegt das Gutachten vor.

Die Analyse soll Versäumnisse heilen. Die Stadt hat es bisher nicht geschafft, sich im Regionalen Flächennutzungsplan Grundstücksreserven für großflächigen Einzelhandel zu sichern. Die Folge: Bevor in Rodgau ein Märktezentrum entstehen kann, müsste der Flächennutzungsplan geändert werden. Um zu wissen, in welche Richtung dies gehen soll, hat die Stadt jetzt das Einzelhandelskonzept für 35.000 Euro in Auftrag gegeben.

Der Rodgauer Einzelhandel (hier Lisa Jochimsen, Kauffrau im Einzelhandel im Traditions-Textilhaus Spahn) hat viele Gesichter. Wie kann eine Verbesserung des Sortiments gelingen, ohne den Bestand zu ruinieren? Das ist die Frage, die ein neues Gutachten klären soll.

Im Rathaus gibt es ein solches Gutachten zwar schon. Es kostete 50.000 Euro und stammt aus dem Jahr 2007. „Es hat aber keinen weiteren Bestand mehr“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD). Das alte Gutachten sei untauglich, um die Rodgauer Einzelhandelsprobleme zu lösen. Diese führen unter anderem dazu, dass die Rodgauer - grob geschätzt - 120 Millionen Euro im Jahr in anderen Städten ausgeben. Allein im Textilbereich fließen alljährlich elf Millionen Kaufkraft ab. Hier möchte die städtische Wirtschaftsförderung gegensteuern. „Das alte Gutachten hat den Blick zu sehr auf die Randlagen gelenkt und Leerstände aufgezeigt“, kritisiert Hoffmann. Die neue Planung solle hingegen von einer Stärkung der Ortszentren von Jügesheim und des Puiseauxplatzes sowie dem Ausbau des Angebots in Dudenhofen ausgehen. Begleitend zu diesem Prozess werde - unter Beteiligung der Politik - eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet. Wirtschaftsförderer Bernhard Schanze wirbt: „Wenn wir fünf bis zehn Prozent Kaufkraft zusätzlich binden, haben wir die Kosten für das neue Gutachten über die Gewerbesteuer schnell wieder drin.“

bp

Quelle: op-online.de

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