Puiseauxplatz in Nieder-Roden

Eiscafé als Neubeginn

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In den ehemaligen Brillenladen zieht ein Eiscafé ein. Derzeit wird kräftig renoviert.

Nieder-Roden - Der Puiseauxplatz ist aus Sicht des Einzelhandels ein Problemfall. Leerstände, wohin der Kunde blickt. Jetzt eröffnet dort wenigstens ein neues Eiscafé. Und vielleicht kommt auch ein CAP-Markt als Nahversorger. Von Bernhard Pelka 

Ein Container voll Bauschutt, Berge von Dreck und kleingesägtem Holzmobiliar, dazwischen Handwerker mit lärmenden Bohrmaschinen und elektrischen Sägen. So laut und dreckig geht’s halt auf einer Baustelle zu. Auch im ehemaligen Laden „Die Brille“ auf dem Puiseauxplatz. Aber spätestens ab Mai sollen sich dort, wo es bis vor Kurzem um den Durchblick ging, die Gäste eines Italienischen Eiscafés wohl fühlen und es schmecken lassen. Familie Benedetto aus Schlüchtern frischt die Immobilie gründlich auf und investiert eine Menge Geld, um dort ein ähnlich schönes Eiscafé zu etablieren, wie der Gelatiere Carlos Benedetto und seine Familie es schon seit Jahren in Schlüchtern betreiben (www.ciaociao-schlüchtern.de).

Wie das dortige Eisparadies soll auch das Nieder-Röder Café am Puiseauxplatz „Ciao Ciao“ heißen. 30 Sorten hausgemachtes Eis, Kuchen, Kaffeespezialitäten, frisch gepresste Fruchtsäfte und mehr stehen auf der Karte.

Mögliche Zwischenlösungen

100 Plätze bietet eine Außentarrasse, 45 weitere Sitzgelegenheiten warten im Inneren. Das Café ist bei den vielen Leerständen auf dem Puiseauxplatz ein Lichtblick. Lediglich für den früheren Kik gibt es Pläne. Die Stadt verhandelt mit den Werkstätten Hainbachtal ob sie dort - ähnlich wie in Obertshausen an der Seligenstädter Straße - einen CAP-Markt betreiben. In solchen Märkten arbeiten Menschen mit psychischen Krankheiten oder geistigen Behinderungen. Die CDU hatte das angeregt. Bürgermeister Hoffmann (SPD) sagt, schon zuvor sei über diese Alternative nachgedacht worden. Wie es mit dem Platz generell weiter gehen könnte, berät unter anderem das „Offene Forum Nieder-Roden“.

Die Teilnehmer befassen sich zum Beispiel mit möglichen Zwischenlösungen für leer stehende Immobilien, um die Liegenschaften wieder zu beleben. Eine solche Zwischenlösung strebte jetzt auch der städtische Kulturpreisträger Karl-Heinz Kalbhenn an. Der Künstler und Fotograf wollte einen leeren Laden vorübergehend für Ausstellungen nutzen. Das scheiterte aber. „Ich hätte viel zu viel renovieren müssen. Das hätte sich nicht gelohnt“, bedauert Kalbhenn. Orientieren wollte er sich eigentlich an der Zwischennutzung der früheren Barmer-Geschäftsstelle in Jügesheim. Dort gab es im Advent 2013 über 14 Tage eine Ausstellung des Künstlerkreises 7/Zwölf. „So hatte ich mir das gewünscht“, sagt Kalbhenn. Daraus wird nichts. Stattdessen beteiligt er sich nun am kleinen Frühlingsfest mit Künstlermarkt auf dem Puiseauxplatz am Sonntag, 6. April, 12 bis 17 Uhr.

Quelle: op-online.de

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