Anwohner leiden unter dem starken Verkehr

Eisenbahnstraße ist ein Problemfall

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Sobald der Bus durch will, müssen andere warten.

Jügesheim - Die Eisenbahnstraße ist Jügesheims Nadelöhr Richtung S-Bahnhof. PKW und LKW ohne Ende. Sogar der Bus muss sich durch die verhältnismäßig enge Straße quetschen, sobald er von der Ludwigstraße Richtung S-Bahn möchte.

Anwohner der Verbindungsstraße sind den Verkehr jetzt leid. „Man kommt ja bald nicht mehr über die Straße“, klagt zum Beispiel Martin Salg. Seit 70 Jahren wohnt er in der Hausnummer 21 und weiß: es wird noch schlimmer werden. Denn nahe der Eisenbahnstraße wachsen die Häuser im Neubaugebiet J 41 in schnellem Tempo. Bedeutet: bald noch mehr Autos in der Eisenbahstraße. Schließlich ist nicht zu erwarten, dass die J 41-Bewohner beim Weg in den Ortskern ganz außen herum über die Ringstraße fahren werden.

Salg hat nach Verkehrsunfällen in den vergangenen zehn Jahren schon mehrfach an die Stadt appelliert, den Verkehrsfluss in der Eisenbahnstraße zu Gunsten der Fußgänger durch weitere Überwege zu zerhacken. Auch sieht er nicht ein, dass die Tempo-30-Regel bereits am Kapellchen endet. „Dort, wo’s spannend wird, darf man dann wieder 50 fahren. Das gehört abgeschafft!“ Eng werde es auch immer, sobald ein Autofahrer aus einer der vielen Parklücken rückwärts auf die Fahrbahn stoße.

Mit Zebrastreifen zufrieden

An der Ketteler Straße wünscht sich Martin Salg (rechts) einen Zebrastreifen. Zwei gibt es in der Gegend schon: an der Vordergasse und gegenüber der Radsporthalle.

Von seinen Maximalforderungen ist der rührige Senior nach vielen vergeblichen Anläufen abgerückt. Inzwischen wäre er mit einem einzigen zusätzlichen Zebrastreifen in Höhe der Ketteler Straße zufrieden. „Ich bezahle auch die Farbe.“ Die Stadt aber winkt ab. Sprecherin Sabine Fischer verweist darauf, die Eisenbahnstraße sei keine Hauptverkehrsstraße und auch kein Schulweg zur Wilhelm-Busch-Schule. Tempo 30 sei folglich „nicht begründbar“. Von der Polizei lägen keine Hinweise auf eine signifikante Unfallhäufigkeit wegen gravierender Tempoverstöße vor.

Ein Überweg an der Ketteler sei an gesetzliche Vorgaben gebunden, die dort nicht erfüllt würden. An dieser Stelle müssten mindestens 50 Fußgänger pro Stunde die Straße überqueren, um den Zebrastreifen zu rechtfertigen. Zählungen im Mai 2012 hätten ergeben, dass dies bei weitem nicht der Fall sei. Martin Salg will trotzdem nicht aufgeben. „Es muss sich hier etwas ändern.“

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(bp)

Quelle: op-online.de

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