Das Kinderhilfswerk „World Vision“ verschickt tonnenweise Hilfsgüter aus seinem Lager in Nieder-Roden

Eiserne Reserve für 10 000 Familien

Auch mit Unterstützung aus Rodgau schickt die US-Regierung Hilfsgüter an Opfer der Überschwemmungen in Nordkorea. Mitarbeiter des Kinderhilfswerks „World Vision“ haben Wassercontainer aus ihrem Lagerhaus in Nieder-Roden in Container nach Nordkorea verladen. Foto: p

Nieder-Roden (bp) J Wo die Not auf der Welt am größten ist, springt das christliche Kinderhilfswerk „World Vision“ ein. Rodgau ist ein Knoten in diesem weltweiten Netz humanitärer Hilfe.

Erst vor wenigen Tagen haben tonnenweise Hilfsgüter das Lager von „World Vision“ im Nieder-Röder Industriegebiet verlassen. Ziel der Nothilfe ist Nordkorea. Dort haben monatelange schwere Regenfälle einen katastrophalen Ernteausfall verursacht.

Drei Container mit insgesamt 72 Paletten rollten auf Lkw nach Hamburg. Von dort erreichen sie nun mit dem Schiff China und dann die nordkoreanischen Provinzen Hwanghae und Kangwon. Dauerregen seit Juli hat den größten Teil der Ernte vernichtet, berichtet Dirk Bathe, Sprecher von „World Vision“.

Er erwartet von den aktuellen Ereignissen in Nordkorea keine negativen Auswirkungen auf die Hilfslieferung. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il war am Samstag einem Herzinfarkt erlegen. Die Staatsmedien des weitgehend isolierten kommunistischen Regimes riefen die Bevölkerung zur Trauer und Loyalität zu seinem dritten Sohn Kim Jong Un auf.

„Unsere Aktion ist seit Monaten vorbereitet. Da brennt nichts an“, ist Bathe sicher. „Wir freuen uns, dass politische Auseinandersetzungen in diesem Fall in den Hintergrund treten und der humanitäre Aspekt das Handeln bestimmt.“

Ein großes Problem in der Katastrophenregion ist der Mangel an sauberem Trinkwasser. Zu dem Riesen-Weihnachtspaket für Nordkorea gehören folglich auch etwa drei Millionen Wasseraufbereitungstabletten, 20 000 faltbare Wasserkanister und 6 000 Winterdecken.

Die Güter im Wert von rund 91000 Dollar sind Bestandteil eines Gesamtpaketes von Lieferungen nach Nordkorea. Außer medizinischen und sanitären Artikeln erhalten die Opfer Material zur Reparatur von Häusern und Haushaltsgeräte. Insgesamt sichert dies etwa 10 000 Familien eine Grundversorgung.

Die Hilfe ist eingebettet in eine konzertierte Aktion der amerikanischen Regierungsagentur „US Aid“ - vergleichbar mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. In Nordkorea nimmt Bathe zufolge die „Korean American private exchange Society“ die Waren entgegen und führt sie Verteilstationen und Kliniken zu. „Das ist alles von langer Hand vorbereitet.“ In den USA gibt es „World Vision“ seit gut 60 Jahren, in Deutschland seit 1979. Die Organisation ist in 96 Ländern der Erde vertreten. Bathe sagt, das Nieder-Röder Lager sei mit Material für 50 000 Menschen das zweitgrößte - nach jenem in Dubai. Es wurde 2006 bezogen. „World Vision“ lagert in Rodgau unter anderem auch 15 mobile Kinderschutzzentren. Sie dienen bei Katastrophen der Betreuung von Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden.

Quelle: op-online.de

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