Elektroschrott am Waldrand

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Einfach an der Kompostanlage abgekippt.

Rodgau (bp) - Ilona Krumwiede ist empört. Die Jügesheimerin nutzte das milde Wetter zur ersten Radtour an der Rodau und im Feld - und war entsetzt: so viel Müll! Ein ekliges Bild bot sich ihr auch während eines Spaziergangs am Sonntag.

Auf 58 Fotos hat die Frau festgehalten, welchen Dreck und Schrott sie am Wegesrand entdeckte: Hundekotbeutel in der Rodau, eine kaputte Nähmaschine an der Kompostanlage, ein total vermüllter Rad- und Fußweg an der Lange Straße . Die Rodgauerin ist mit ihrem Ärger nicht alleine. Zum Beispiel regen sich Besucher der K+S Seniorenresidenz in Nieder-Roden immer wieder über das versaute Nachbargrundstück auf, das nicht der Residenz, sondern einer privaten Erbengemeinschaft gehört.

Das Areal ist in der Tat keine Augenweide: leere Flaschen, Kabel, Papier, Hundekot und mehr hinterlassen einen schlechten Eindruck. Vielleicht spielt eine Rolle, dass das Gelände nicht eingezäunt ist und obendrein an einer Bushaltestelle liegt. Schließlich wird beim Warten schon mal gern etwas aus purer Langeweile weggeschmissen.

Pflanzkübel, die immer mehr zuwuchern

Im selben Stadtteil stören sich Anwohner der Kelkheimer Straße an Pflanzkübeln aus Beton, die immer mehr zuwuchern. Die Stadt hatte sie einst aufgestellt. Stadt-Sprecherin Sabine Fischer kündigt an, die Stadt werde sich nun auch um den hässlichen Anblick kümmern. Unter sich müssen die Anlieger allerdings die zuweilen nachlässige Auffassung vom Gassekehren ausmachen. Darauf hat die Stadt keinen Einfluss. Das Rathaus erinnert die Bürger über Pressemitteilungen in den Medien zwar regelmäßig an diese lästige Pflicht. Was dieser mahnenden Erinnerung dann folgt, muss indes jeder für sich selbst entscheiden.

Ilona Krumwiede macht Vorschläge, wie der Müll-Ärger gemindert werden könnte:

- Ein Angestellter der Stadt macht nichts anderes, als Dreck einzusammeln.

- Schulklassen sollten aus erzieherischen Gründen die Landschaft regelmäßig von Unrat befreien - nach dem Motto: „Lernen fürs Leben“.

- Harte Strafen für Müllsünder - etwa so drastisch wie in Singapur. Dort zieht angeblich schon die Fahrt im nicht gewaschenen Auto Sanktionen nach sich.

Teilnahme am Frühjahrsputz im Stadtgebiet

Verbessern könnte die Situation aber auch schon die Teilnahme am Frühjahrsputz im Stadtgebiet, den der Naturschutzbund (Nabu) Rodgau im Zuge der Landesaktion „Sauberhaftes Hessen“ organisiert. Am Samstag, 24. März, können Einzelpersonen und Gruppen gemeinsam etwas für eine saubere Umwelt tun. Als kleines Dankeschön gibt es anschließend einen Imbiss für alle Helfer. Die Fegro Weiskirchen hat dafür Würstchen gespendet.

Nabu und Stadtverwaltung haben Stellen ausgesucht, die der Reinigung bedürfen. Dabei handelt es sich nicht nur um Plätze in der freien Natur, sondern auch entlang der Rodau oder in Parkanlagen. Alle Helfer treffen sich zunächst am Rathaus, wo die Einsatzgebiete eingeteilt werden.

Wo diese genau sind, wird vorher öffentlich nicht verraten. Stadt-Sprecherin Sabine Fischer erläutert: „Wir befürchten, dass dort sonst in den Tagen vor der Aktion Müll abgeladen wird, den wir dann wegräumen dürfen.“

Unterstützung aus der Bevölkerung

Die Mitglieder des Nabu sind auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen. Wer helfen möchte, kann sich bis zum 21. März per E-Mail unter presse@rodgau.de oder telefonisch unter 693-1203 anmelden. Das macht die Organisation etwas leichter. Bis gestern lagen 25 Anmeldungen vor, darunter zwei große Gruppen.

Kurzentschlossene können am 24. März aber auch spontan um 9.30 Uhr zum Rathaus kommen. Die Teilnehmer sollten wetterfeste Kleidung und Gummistiefel oder wasserfestes Schuhwerk tragen. Zudem sollten sie Arbeitshandschuhe und - sofern vorhanden - Greifzangen mitbringen. Die Fahrt zum Einsatzort muss jeder selbst organisieren. Nach der Aktion holt der städtische Bauhof den gesammelten Müll ab.

Quelle: op-online.de

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