Elfe Jungtiere entdeckt

Naturschützer zählen Steinkauz-Nachwuchs

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Eine Handvoll Leben: Dieser kleine Steinkauz ist einer von elf Artgenossen, die in diesem Jahr in Rodgau das Licht der Welt erblickten.

Rodgau - Steinkäuze brüten nach wie vor in Rodgau. Bei der jüngsten Inspektion der Niströhren wurden elf Jungtiere entdeckt. Auf der Roten Liste der Brutvögel in Deutschland ist die kleine Eulenart als „gefährdet“ eingestuft.

Mitglieder der Naturschutzorganisationen beobachten einzelne Arten sehr genau. Herbert Schmidt kümmert sich in Rodgau um den Steinkauz. Er beobachtet zwölf Reviere. Die meisten davon sind Streuobstwiesen, auf denen die Vögel nach Mäusen, Insekten und Würmern jagen können. Jedes Revier ist mit zwei bis drei Niströhren bestückt – eine klassische Maßnahme des Artenschutzes.

In den 25 inspizierten Niströhren wurden elf übel riechende Jungkäuze gefunden und von Karl-Heinz Clever, einem zertifizierten Beringer der Vogelschutzwarte Helgoland, fachmännisch beringt.

In einer weiteren Röhre nahm das Naturgeschehen seinen Lauf: Die fünf Eier waren aufgefressen, nur die Eierschalen waren noch übrig. Eine weitere Brut starb komplett – warum, ist unklar.

Das Beringen der Tiere hilft den Vogelschützern, die Wanderungsbewegung und Überlebensrate der Tiere festzustellen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist damit zu rechnen, dass nur jeder dritte der jungen Steinkäuze den nächsten Winter überlebt.

Steinkauz auf den Streuobstwiesen

Der Steinkauz ist in der Roten Liste von 2016 als „gefährdet“ verzeichnet. Das ist die Dritte von fünf Gefährdungsstufen. Sie bedeutet eine Verbesserung gegenüber 2008. Damals galt der Steinkauz noch als „stark gefährdet“ (Stufe zwei).

Um das langfristige Überleben zu sichern, ist es notwendig, Lebensräume zu erhalten. Darauf weist Klaus Klein von der Streuobstkooperative Rodgau hin. Streuobstwiesen mit ihrem Artenreichtum dienten Menschen und Tieren gleichermaßen. (eh)

Quelle: op-online.de

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