Eltern retten Kletterbaum

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Fertig ist der Kletterbaum für die Jüngsten: Das Gelände hinter dem Don-Bosco-Heim, auf dem der Waldkindergarten mit zwei Gruppen sein Zuhause hat, ist nicht nur für die eineinhalb- bis dreijährigen „Waldzwerge“ interessant. Ältere Geschwister lieben den naturnahen Spielplatz ebenso. Fotos: Ziesecke

Nieder-Roden (chz) - Lebhaft ging es zu auf dem Gelände der Waldzwerge hinter dem Don-Bosco-Heim. Das Surren der Elektrosäge vermischte sich mit lauten Kinderrufen, die Luft flirrte von Holzmehl und dem Geruch von Lagerfeuer.

Gemeinsam mit ihren Eltern arbeiteten einige Kinder des Waldkindergartens kräftig auf dem Gelände. Sie schleppten Zweige, türmten Reisig zu einem Haufen und balancierten auf dem großen Baumstamm, dessen kleinen Seitenästen es gerade mit der Säge an den Leib ging.

Das Gruppenspektakel war das glückliche Ende einer spontanen Rettungsaktion. Hinter der Holzhütte der Waldzwerge hatte der Förster vor kurzem einen Baum gefällt, dessen Zweige etwas über die Hütte geragt und eine Gefahr dargestellt hatten. Die Kinder hatten den gefällten Riesen spontan zum Spielgerät erkoren und leidenschaftlich darauf herumgeturnt. Die Eltern baten daraufhin den Förster, diesen Baum liegen zu lassen. Zu spät: Er war bereits an einen Dudenhöfer Bauern verkauft und sollte in Kürze abgeholt werden.

Nach ein paar Tagen der Enttäuschung erfragten die Eltern die Adresse des Bauern und boten ihm den Rückkauf an. Die neuen Besitzer ließen sich erweichen. Für 80 Euro aus Spenden der Eltern wurde der Baum zurückgekauft, wie die neue Elternbeiratsvorsitzende Manuela Fey bei dem Arbeiteinsatz erzählte.

Moritz (4) steht selten mitten im Getümmel. Er sammelt Stöckchen oder sägt lieber ganz allein an einem kleinen Baum.

Michael Schulte-Sasse, dessen Tochter Antonia in der Gruppe der größeren Kinder (Wühlmäuse) ist, brachte seine Motorsäge und ausreichend andere Arbeitsgeräte mit. So war nach wenigen Stunden der starke Stamm von allen gefährlichen Ästen befreit. Die stärkeren davon werden das „Waldsofa“ der Waldzwerge am Rand des Platzes erweitern. Das Reisig wurde aufgetürmt und die kleinen Äste gleich ins Lagerfeuer geworfen, an dem zu guter Letzt noch die Rettung des Baumes gefeiert wurde. Das übrige Kleinholz wird getrocknet und landet irgendwann in einem privaten Kamin.

Der Waldkindergarten hat zwei Gruppen: die Waldzwerge von eineinhalb bis drei Jahren und die Wühlmäuse ab drei Jahren. Bei den Zwergen gibt es noch freie Plätze. Am Tag der offenen Tür am nächsten Wochenende können sich Eltern auf dem Gelände umschauen. Dann ist auch der Kletterbaum zu bewundern.

Quelle: op-online.de

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