Rodgau: Tröster aus Stein

Engelsteine fürs Hospiz

Patrick Bäckers Engelstein für den Hospizeingang.
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Patrick Bäckers Engelstein für den Hospizeingang.

Die Aktion „Gude Steine Rodgau“ hat ein neues Projekt. Nachdem seit Gründung der Initiative im Januar bereits unter anderem eine lange Stein-Schlange im Lutherpark Dudenhofen zustandegekommen war, malen die Aktiven ihre Mutmachersteine jetzt für das Rodgauer Hospiz am Wasserturm. Am 2. November, 13.30 Uhr, sollen die kleinen Kunstwerke dort übergeben werden.

Rodgau - Mit Steinen Freunde bereiten, ist das Ziel der Facebookgruppe ,,Gude Steine Rodgau“. Inzwischen gibt es mehr als 1 800 Teilnehmer. Täglich werden es mehr. Jede Woche malen sie nach einem anderen Motto, um mit ihren künstlerischen Produkten anderen eine Freude zu bereiten.

„Wer die Steine findet, dem wollen wir ein Lächeln ins Gesicht zaubern“, beschreibt die Gründerin der Gruppe, Ramona Raab, die Motivation. Auf der ganzen Welt gebe es Steine-Malgruppen. „Da dachte ich, das geht hier auch“, erinnert sich die Teilhabeassistentin in der Behindertenhilfe an die Anfänge im Januar. Der Erfolg war grandios: Binnen acht Wochen hatte die Facebookgruppe 1000 Mitglieder. Im Corona-Lockdown entstand dann die Gute-Laune-Steinschlange im Lutherpark mit schönen Motiven und Sprüchen wie: „Bleibt zuhause!“

Auf die Idee, fürs Hospiz zu malen, kam Gruppenmitglied Katharina Stanke. Sie rief kürzlich dieses Wochenmotto aus, das auf große Resonanz stieß. Zum Beispiel bei Hobbymaler Patrick Bäcker. Der Projektleiter aus Weiskirchen malt schon seit seinem zehnten Lebensjahr begeistert. Seine Frau Karolina hatte auf Facebook die Gruppe entdeckt und ihn animiert, mitzumachen – sop, wie sie auch.

Den Anfang machte der Freizeitkünstler mit Disney- und anderen Filmfiguren und legte mehr als 30 Steine in der Kette im Lutherpark aus. „Es hat keine zwei Tage gedauert, da waren sie weg. Einer davon hat’s bis an die Deutsch-Polnische Grenze geschafft. Das habe ich im Internet gesehen“, erläutert Bäcker, weshalb er ab dann seine steinernen Unikate nur noch im Internet innerhalb der Gruppe zeigte.

Mit der Zeit verfeinerte er seine Technik. Inzwischen kann man professionell nennen, was Bäcker mit Pinselstrich oder in Tupftechnik produziert. Freunde und Bekannte schätzen seine Arbeit sehr. Als kleine Präsente sind seine Steine bei Geburtstagen beliebt. „Für mich ist das Entspannung vom Alltagsstress.“ Bei der Aktion fürs Hospiz macht der Marketingexperte gerne mit. Entstehen sollen dabei Namenssteine für die Eingangstüren der Hospizgäste. Vor den Türen befinden sich kleine Podeste, beschreibt Katharina Stanke die Situation. Darauf liegen bisher relativ schlichte Namenssteine. „Wir können das besser“, sagt die Frau selbstbewusst. Ausgewählt wurden malerische Engelmotive. Die Hospizmitarbeiter ergänzen dann die Namen. Für den Garten des Hospizes sollen hingegen ausnehmend frohe Motive gewählt werden und Aufmunterung spenden. Nicht nur den Bewohnern, sondern auch Besuchern. Stanke: „Kinder können sie dann einfach mit heim nehmen.“

Von Bernhard Pelka

Patrick Bäckers Arbeiten sind inzwischen professionell – ob gemalt oder getupft.

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