Engpass bei der Sozialarbeit

Rodgau - Das Ende des Zivildienstes verursacht bei sozialen Einrichtungen Personalnot. Von Bernhard Pelka

Zwar bieten zum Beispiel der Verein „Gemeinsam mit Behinderten“ (GmB) und die Vereine TGS und TGM SV jungen Menschen als Ersatz für den Zivildienst das Freiwillige soziale Jahr (FsJ) an. Doch die Nachfrage danach ist viel zu gering.

„Wir müssen um Bewerber regelrecht kämpfen“, schildert der GmB-Vorsitzende Christian Goldmann die Lage. Der Verein sei wegen des Engpasses „massiv an die Schulen gegangen“, um sich in den Abgangsklassen vorzustellen. Die Resonanz sei leider dürftig gewesen. Vier FsJ-Stellen bietet „Gemeinsam mit Behinderten“ an, zwei davon sind noch offen. Diese müssten eigentlich zum Juli/August besetzt werden.

Ähnlich brisant ist die Lage bei TGM SV Jügesheim. Der Großverein sucht zum 1. September einen Bewerber oder eine Bewerberin. Das interessiert bisher aber viel zu wenige. „Es ist dramatisch“, bedauert die Geschäftsstellenleiterin Angelika Hoffmeister. „Insbesondere für unsere Kooperationsprojekte mit Schulen brauchen wir tagsüber FsJ-ler, weil die ehrenamtlichen Übungsleiter zu dieser Zeit entweder noch im Studium oder auf der Arbeit sind.“

Freiwillige werden gerade für Jugendarbeit gebraucht

Auf der Suche ist auch die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule für praktisch Bildbare in Weiskirchen. Ab 1. August/1. September würde dort eine (bevorzugt männliche) Kraft gebraucht. Ähnlich ergeht es der Emmausgemeinde Jügesheim. Sie hat zwei Plätze frei - einen in der Kita und einen in der Kinder- und Jugendarbeit. „Es ist schwierig, an Interessenten zu kommen“, sagt der Jugendleiter Denis Wöhrle.

Besetzt ist hingegen die eine FsJ-Stelle, die in der K+S-Seniorenresidenz in Nieder-Roden angeboten wird. „Wir hätten gerne mehr, aber das muss immer auch ins Budget passen“, hieß es dort gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Drei Stellen für FsJ-ler hält die TGS Jügesheim offen. eine davon ist zum 1. September noch frei.

Blicke hinter die Kulissen bieten die Johanniter

Berufsluft schnuppern, Kontakte knüpfen und die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn oder Studium sinnvoll nutzen können junge Leute auch beim Regionalverband Offenbach-Kinzig der Johanniter in Nieder-Roden. Das FsJ bietet optimale Möglichkeiten dazu. Jugendliche können bei den Johannitern zwölf bis 18 Monate lang praktische Erfahrungen sammeln, bevor es in Ausbildung oder Studium geht.

Mögliche Tätigkeiten sind die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, andere Betreuungsdienste und eine Station in der Erste-Hilfe-Ausbildungsabteilung. Spannende Blicke hinter die Kulissen des Krankentransports und der Hausnotruf-Abteilung gehören ebenfalls dazu.

Während dieses Freiwilligendienstes ist man unfall- und sozialversichert, außerdem besteht Anspruch auf Kindergeld. Außer einem Taschengeld gibt es Zuschüsse für Verpflegung und Fahrtkosten, werben die Johanniter. Weiterer Pluspunkt: Wer ein FsJ absolviert, kann sich dies als Vorpraktikum anrechnen oder bei vielen Studiengängen als Wartezeit für das anschließende Studium gutschreiben lassen.

Quelle: op-online.de

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