Entschlossener Kampf

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Südkoreanischer Schwertkampf bei der TG Weiskirchen.

Weiskirchen ‐ Haidong Gumdo hört sich kompliziert an. Doch wer ein bisschen sportlich ist, lernt diese fernöstliche Kampftechnik bei der TG Weiskirchen ganz schnell kennen. Von Andreas Pulwey

Seit einem Jahr unterrichten die Trainer Vlado Deliaga (47) und Oliver Sperling (39) ihre Schützlinge. Inzwischen dürfen sie auf die Hobbykämpfer mächtig stolz sein. Vorgezogenes Geschenk zum ersten Geburtstag der Abteilung war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft.

Mit der koreanischen Kampfkunstart Haidong Gumdo hat die TG Weiskirchen unter ihrer Leitung sogar schon zwei deutsche Meister hervor gebracht. Letzten Mai errangen Isolde Schwarz und Sohn Nils den Titel in ihrer jeweiligen Klasse im niedersächsischen Hannover. Die fernöstliche Kampfkunst zieht Jung und Alt in ihren Bann. 30 Sportler trainieren wöchentlich bei der Turngemeinde.

Von Aggression keine Spur. Doch voller Konzentration und Ernsthaftigkeit sind die Schwertkämpfer in ihren Sport vertieft. „Der koreanische Weg des Schwertes“, so die freie Übersetzung der Worte Haidong Gumdo, schult die Reaktionsschnelligkeit, trainiert darüber hinaus den Körper und dient der Selbstverteidigung.

Kampf mit mehreren Gegnern

Am 1. September 2009 rief Vlado Deliaga (47) die Schwertkampfkunst aus Südkorea, dem Land der Morgenstille, bei dem Weiskircher Verein ins Leben. Trainiert wird seit dem jeden Dienstag und Freitag von 18 bis 20 Uhr.

Im Haidong Gumdo wird der gleichzeitige Kampf mit mehreren Gegnern geübt. Die Stellungen sind tiefer, die Bewegungen geschmeidiger als bei anderen vergleichbaren Sportarten, sagen Kenner der Sportart. So verpassen Freunde des Sports wie Sigrid Adler aus Weiskirchen kein Training. Zu faszinierend ist die Kombination aus fließender Bewegung, Anspannung, Konzentration und dem Duell mit dem Partner, wenn das Schwert durch die Luft zischt. Natürlich wird in der TG-Halle nicht mit echtem Metall gekämpft. Das Holzschwert, Mokgum genannt, ist 90 bis 120 Zentimeter lang und wird vorsichtig gegenüber dem Trainingspartner eingesetzt.

Schneidend durch die Luft zischt das Kampfgerät bei Sprüngen, mit denen in Weiskirchen nun schon seit mehr als einem Jahr die zwölf Angriffstechniken praktiziert werden. Genauso lange ist Helge Petersen (31) dabei. Als Kampfsportbegeisterten fasziniert es den Dudenhöfer, seine Grenzen auszuloten und sich in der Perfektionierung der Bewegungsabläufe immer weiter zu steigern.

Astrid Millmann (43) begeistert sich ebenso für die Harmonie der Angriffstechniken, während für Walburga Weyler (46) aus Hainhausen die Stressreduktion nach dem Bürojob im Vordergrund steht: „Wir trainieren hier auf gesunde Art, machen uns nicht kaputt, und haben darüber hinaus nicht Vollkontakt wie beim Judo“. Es geht mitunter also auch mal rustikal zur Sache.

Fakten

  • Haidong Gumdo hat seine Wurzeln im dritten Jahrhundert in Südkorea und wird heute von etwa einer Million Menschen in 50 Ländern betrieben.
  • Alleine im Heimatland Korea stehen 400 Schulen der Kampfkunstart.
  • Sie ist für alle Altersklassen zu meistern.

Quelle: op-online.de

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