Erdgasnetz künftig in einer Hand

Rodgau (eh) - Auf dem Weg zur so genannten Rekommunalisierung der Energieversorgung ist die Stadt Rodgau einen Schritt weiter. Der Magistrat will - sofern das Parlament zustimmt - das Erdgasnetz zusammenfassen, um den Weg zu einer Netzgesellschaft zu ebnen.

Dies kündigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) gestern an. Bisher werden die Gasleitungen von zwei verschiedenen Unternehmen betrieben. Die Maingau Energie GmbH ist für die nördlichen Stadtteile Weiskirchen, Hainhausen und Jügesheim zuständig, die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) für Dudenhofen und Nieder-Roden.

Der Konzessionsvertrag mit der HSE läuft am 31. Mai aus. Danach will der Magistrat nur noch die Maingau Energie als Gas-Partner haben. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren, kann aber schon nach neun Jahren gekündigt werden. „Für die Endkunden ändert sich nichts“, betont Bürgermeister Hoffmann.

Über kurz oder lang will Hoffmann die Versorgungsnetze in kommunale Hand bekommen. Es handele sich um eine „wichtige Infrastruktur“. In Städten wie Dreieich und Langen sei es selbstverständlich, dass die Stadtwerke auch Netzbetreiber seien.

Der 2010 unterschriebene Stromkonzessionsvertrag mit der Energieversorgung Offenbach (EVO) für die vier nördlichen Stadtteile eröffnet bereits die Option, dass beide Seiten eine Netzgesellschaft gründen. Als (Mit-)Eigentümerin eines Versorgungsnetzes müsste die Stadt für Bau, Betrieb und Wartung bezahlen, könnte aber Durchleitungsgebühren von auswärtigen Versorgern kassieren. Die Konzessionsabgabe fiele weg. Unterm Strich erhofft sich der Bürgermeister finanzielle Vorteile: „Wir werden keine Situation anstreben, die schlechter ist als jetzt.“

An Gas-Konzessionsabgabe nimmt die Stadt Rodgau jährlich 110.000 Euro ein. Dazu kommt eine Gewinnausschüttung der Maingau Energie GmbH, in diesem Jahr voraussichtlich 150.000 Euro. Die Stadt hält 8,28 Prozent der Maingau-Anteile.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare