Erholung trotz Kieswerk

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Die beantragte Erweiterung der Kiesgrube am Rodgau-See werde die Erholungsfunktion „nicht erheblich“ beeinträchtigen.

Nieder-Roden (eh) ‐ Die beantragte Erweiterung der Kiesgrube am Rodgau-See werde die Erholungsfunktion „nicht erheblich“ beeinträchtigen.

Dies schreibt die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU) in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Rodgauer Landtagsabgeordneten Judith Pauly-Bender (SPD). Auf Wunsch der Stadt Rodgau sei die Erweiterung gerade nicht auf den Erholungsflächen (unter anderem des Badesees), „obwohl diese Flächen für die Sandgewinnung am besten geeignet wären“. 300 Meter neben der Kreisquerverbindung könne es keinen ruhigen Erholungsweg geben. Bei den zur Rodung bestimmten Waldgebieten handele es sich um „naturferne Roteichen- und Kiefernforste“. Ein Erdwall solle künftig für den nötigen Schallschutz sorgen.

Judith Pauly-Bender kritisiert die Antwort als „unsensibel“. Ministerin Lautenschläger habe eine Einladung zur Ortsbesichtigung „brüsk abgelehnt“. Die Abgeordnete: „Keiner macht sich die Mühe vor Ort zu erleben, was in den Jahrzehnten alles schon zerstört worden ist, rund um den Kiessee.“ Offenbar denke die Landesregierung beim Begriff „Erholung“ nur an den Badebetrieb, aber nicht an Spaziergänger, Eltern mit Kinderwagen, Fahrradfahrer, Gassigänger, Jogger oder Nordic Walker. „Jedenfalls scheint der Landesregierung die Naherholung definitiv kein Abwägungsgegenstand zu sein“, fasst Pauly-Bender bitter zusammen. Zum heiklen Thema des Trinkwasserschutzes hofft die Abgeordnete nun auf Untersuchungsergebnisse des Landesamts für Umwelt und Geologie.

Quelle: op-online.de

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