Knigge-Experte aus Dudenhofen

Korrektes Niesen eine Kunst

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Erkältungsopfer gibt es derzeit überall.

Rodgau - Bazillenschleudern sind derzeit überall unterwegs. Auf Weihnachtsmärkten, bei Jahresschlussfeiern und Ehrungen wird gehustet und geniest, was Lunge und Schleimhäute hergeben: Ansteckung garantiert! Dabei gibt es zum Niesen klare Benimmregeln. Von Bernhard Pelka

Wir haben mit einem Fachmann darüber gesprochen. Soviel vorneweg: Der Brauch, nach einem Niesen dem Gegenüber „Gesundheit“ zu wünschen, ist überholt. Es heißt, dies rücke die Krankheit nur plump in den Mittelpunkt. Sicher würde die Beachtung einiger Benimmregeln manchmal Schlimmeres verhindern. Aber wer unterwirft sich heute noch einem Kodex, dem vollkommen zu Unrecht der Anschein des Rückschrittlichen anhaftet?

Wann immer Heinz Karnbach eine geeignete Lektüre zum Thema „gute Manieren“ findet, studiert er sie aufmerksam und mit großem Interesse - wie hier das Magazin Focus.

Trotzdem (oder gerade deswegen): Einer, der gerne und treffsicher Antworten auf wichtige Fragen der Erkältungs-Etikette gibt, ist Heinz Karnbach aus Dudenhofen. Besucher der furiosen Kamelienkonzerte des Musikvereins Dudenhofen im Pflanzenzentrum Fischer kennen den Ruheständler als gut gelaunten, eloquenten und sachkundigen Moderator. Reden ist sein Ding, wie man so schön schreibt. Aber auch Fragen des Benehmens standen im Zentrum von Karnbachs Berufsleben. Er trainierte Führungskräfte der deutschen Wirtschaft und war Dozent für Managementlehre an der Akademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik in Mannheim.

„Was der Arzt für die Gesundheit ist, war ich für die Manager, wenn es für sie darum ging, im eigenen Unternehmen und gegenüber anderen Firmen zu bestehen“, erläutert der studierte Betriebswirt und Maschinenbauingenieur. „Ich habe Führungskräfte bei ihren Erfolgen, aber auch bei Misserfolgen begleitet. Benimmfragen kamen dabei zwischendurch immer wieder ins Spiel.“

Was also rät der Knigge-Experte aus Dudenhofen?

  • Anderen ins Gesicht zu husten (oder zu niesen) geht gar nicht. Erkältung ist kein Freibrief für ungehobeltes Benehmen.
  • Immer Taschentücher (und zwar aus Papier) griffbereit haben. Ins Tuch niesen und zur Seite drehen. Nicht in die Hand husten. Denn die befördert die Erreger dann bei erster Gelegenheit munter zum nächsten.
  • Benutzte Taschentücher bloß nicht auf den Tisch legen, sondern gleich verstauen!
  • Nasensekret nicht laut hörbar hochziehen, obwohl das rein medizinisch eigentlich gesünder wäre. Denn beim Schnäuzen entsteht Druck, der das Sekret in die Nebenhöhlen drücken und damit die Entzündungsgefahr erhöhen kann. Die Lösung: Nie durch beide Nasenlöcher gleichzeitig schnäuzen, sondern abwechselnd. Das mindert den Druck.
  • Nach dem Niesen/Husten keine Entschuldigung und große Story. Wer meint, sich für seinen Gesundheitszustand (etwa bei einem wichtigen Geschäftstermin) entschuldigen zu müssen, macht dies am besten zu Beginn des Gesprächs - und zwar kurz und ohne große Erläuterungen. „Immer mit offenen Karten spielen. Ein kurzer, erklärender Satz reicht“, rät Karnbach. „Dann weiß der Gesprächspartner, woran er ist und es gibt keine Missverständnisse.“ Dann kommt auch kein Unmut auf, wenn auf den Händedruck verzichtet wird. Schließlich sind die Hände Virenüberträger Nummer eins!
  • „Rücksichtnahme auf andere“, ist Karnbachs Credo. Sofern eine Dauer-Nies-Attacke droht, am besten den Raum verlassen - begleitet von einer kleinen Entschuldigung.

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Quelle: op-online.de

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