Erlebnisraum am Rodau-Ufer

Neuer Spielplatz in Hainhausen ist nicht nur für Kinder da

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Fröhlich turnen Kindergartenkinder aus Hainhausen auf den Leitern, Seilen und Balken an der Rodau. Die Grünanlage „Auf dem Brühl“ ist in vier Zonen für unterschiedliche Altersgruppen eingeteilt. Links hinten ist der eingezäunte Kleinkinderspielplatz zu erkennen.

Hainhausen - Eine Grünanlage für alle Generationen ist an der Rodau in Hainhausen entstanden. Die Stadt hat den langen Grünstreifen zwischen Burgstraße und „Auf dem Brühl“ zum Erlebnisraum aufgewertet. Die Planerin hat Anregungen aus der Bevölkerung umgesetzt.

Landschaftsarchitektin Barbara Katzer (Großkrotzenburg) hat die 1500 Quadratmeter große Grünfläche in vier Zonen aufgeteilt: vorne gibt es Holzbänke und bald auch Sonnenliegen, dann kommen zwei Spielbereiche für kleine und größere Kinder, ganz hinten befindet sich ein Hundestrand. Wo möglich, wurden Hölzer und Steine verbaut, die in der Region vorkommen: Douglasie für die Ruhebänke, Robinie als Einfassung der Sandspielfläche und Sitzblöcke aus Sandstein. Bäume und Sträucher passen nicht nur in die Natur, sondern sind auch robust genug für einen Spielplatz, wenn sie die ersten Monate gut überstehen. Dazu zählen etwa eine Felsenbirne (ein Beerenstrauch) und ein Walnussbaum.

Die Planung basiert auf Ideen aus der Bevölkerung, die im sogenannten Charrette-Verfahren geäußert wurden. Dabei trafen sich die zuständigen Leute aus dem Rathaus, die Planerin und interessierte Bürger an Ort und Stelle, um über Wünsche, Anregungen und Bedenken zu sprechen. Mit flinker Hand zeichnete die Architektin einen ersten Entwurf, um ihn später auszuarbeiten.

Diese Form der Bürgerbeteiligung hatte die Stadt erstmals beim Spielplatz am Tucholskyweg erprobt. Das Charrette-Verfahren werde man nach den guten Erfahrungen auch weiterhin anwenden, sagt der zuständige Fachdienstleiter Peter Kämmerling: „Wir versuchen, Spielräume und Grünräume zu entwickeln, die nicht von der Stange sind, sondern die individuell an die Umgebung angepasst sind.“ Sein Eindruck: „Die Qualität steigt mit jedem Projekt, das wir umsetzen.“

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Die neu gestaltete Grünanlage an der Rodau war früher ein langer Schlauch ohne besondere Qualitäten: ein Weg, der Bach, dazwischen Gras und ganz weit hinten ein Sandkasten mit Rutsche. Dass jetzt mehr daraus wurde, ist dem städtischen Spielplatzkonzept von 2011 zu verdanken. Damals beschloss das Stadtparlament, nicht benötigte Spielflächen als Bauland zu verkaufen und die Hälfte des Erlöses in die Aufwertung anderer Spielplätze zu investieren. Die neue Anlage in Hainhausen hat 106.000 Euro gekostet – gut angelegtes Geld, wie Bürgermeister Jürgen Hoffmann betont. Noch ist nicht alles fertig. Heute sollen die Sonnenliegen geliefert werden. Zwei kleine Bauten aus lebenden Weidenzweigen werden im Frühjahr gepflanzt. (eh)

Quelle: op-online.de

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