Darauf warten Fahrradfahrer schon seit Jahren

Wurzelbehandlung an Radweg in Rodgau

Mit schwerem Gerät fräsen Bauarbeiter an den schadhaften Stellen den Asphalt ab.
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Mit schwerem Gerät fräsen Bauarbeiter an den schadhaften Stellen den Asphalt ab. Anschließend werden die Baumwurzeln von Hand freigelegt und nach unten gedrückt. Ein spezielles Substrat soll bewirken, dass sich die Wurzeln ausbreiten und den Weg nicht mehr nach oben drücken.

Sechs Wochen später als geplant hat die Beseitigung der Wurzelschäden am Bahnpfädchen zwischen Jügesheim und Hainhausen begonnen. Rodgaus wichtigste Nord-Süd-Verbindung für den Fahrradverkehr ist deshalb bis zum 26. Mai auf einer Länge von einem Kilometer gesperrt. Fußgänger und Radler müssen auf die Eisenbahnstraße ausweichen.

Rodgau - Fahrradfahrer warten schon lange darauf, dass die Holperstrecke entschärft wird. Büsche und Bäume haben den Asphaltbelag angehoben. Schon vor einigen Jahren wurde der Weg an den schlimmsten Stellen repariert, allerdings ohne nachhaltigen Erfolg.

Stadt und Stadtwerke wollen sowohl den Weg als auch den Baumbestand sichern. Gemeinsam mit einem Baumgutachter haben sie sich für jede einzelne Schadstelle eine individuelle Problemlösung ausgedacht.

Rodgau: Baumwurzeln unter dem Radweg werden tiefer gedrückt

An den Bäumen entfernen Bauarbeiter zunächst den Asphalt und die darunter liegende Schotterschicht. Dann werden die dicken Wurzeln freigelegt, nach unten gedrückt und mit einem speziellen Substrat umgeben. Es soll bewirken, dass die Wurzeln lieber in die Breite als nach oben wachsen. Zum Schluss kommt ein neuer Asphaltbelag drauf.

An den Büschen sieht die Arbeitsweise anders aus. Dort werden die Wurzeln seitlich gekappt. Eine Wurzelsperre soll verhindern, dass sie wieder den Weg unterwandern. Falls einzelne Büsche das nicht überleben, werden sie durch neue Sträucher ersetzt.

Wenn die Arbeiten planmäßig laufen, ist das Bahnpfädchen in zwei Wochen wieder durchgehend befahrbar – rechtzeitig zum Start der Aktion „Stadtradeln“.

Das ist nicht die einzige Verbesserung für den Fahrradverkehr in Rodgau. In den letzten Wochen hat die Stadt 18 Pfosten und Umlaufsperren entfernt, die sich als Hindernisse für Lastenräder und Anhänger erwiesen hatten. Der Abbau ging auf eine Anregung des ADFC Rodgau aus dem Jahr 2019 zurück.

ADFC Rodgau fordert mehr Verbesserungen für den Fahrradverkehr

Nach Ansicht des Radfahrervereins bleibt aber noch viel zu tun. „Neben dem nervigen Klein-Klein wie fehlenden Bordsteinabsenkungen muss die Stadt auch sehr schnell in ein gutes, lückenloses und komfortables Netz für Radfahrende investieren“, fordert Stefan Janke, der verkehrspolitische Sprecher des ADFC Rodgau. Mehr Wegweiser und breitere Wege seien nötig. Lücken im Radwegenetz müssten schnell beseitigt werden.

Als Beleg für die Unzufriedenheit der Radfahrer nennt Janke die jüngste Umfrage zum Fahrradklimatest. Rodgau hatte dort das zweitbeste Ergebnis im Kreis Offenbach erzielt.  (eh)

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