Erste Bedenken gegen Familienzentrum

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Für das Bauhof-Materiallager zwischen dem Alten Weg und dem Feldrand stellt die Stadt einen Bebauungsplan auf.

Jügesheim - (eh) Gegen das geplante Familienzentrum am Feldrand beim Alten Weg werden erste Bedenken laut. Vier Anwohner bezweifeln in einem Brief an den Magistrat, dass sich Gelände des ehemaligen „Manlikhofs“ als Standort einer sozialen Einrichtung eignet.

Bisher lagert der städtische Bauhof dort Erde, Kies und anderes Baumaterial. Das Stadtparlament hat vor gut sechs Wochen beschlossen, für dieses Gelände einen Bebauungsplan aufzustellen. Das Ziel ist allgemein formuliert: „Gemeinbedarfsfläche Soziale Einrichtungen“. Dort könnte beispielsweise ein so genanntes Familienzentrum entstehen, das Kinderbetreuung, Elternkurse und Beratungsangebote bündelt.

Sozialdezernent Michael Schüßler plant dort drei Kleinkindgruppen für je zehn Kinder unter drei Jahren, einen Mehrzweckraum und Beratungsräume. Den Standort bezeichnet er als günstig, da die Kindertagesstätte „Burg Schlotterstein“ nur rund 200 Meter entfernt liegt.

Vier direkte Nachbarn sind anderer Ansicht. Sie verweisen auf die schmale Zufahrtstraße, auf fehlende Parkplätze und einen angeblich unter Naturschutz stehenden Entwässerungsgraben. Wenn auf dem Gelände (1800 m²) auch noch Parkplätze und eine Wendemöglichkeit angelegt werden müssten, reiche der Platz womöglich nicht mehr aus. Als Alternative nennen die Anwohner ein Grundstück neben der Wilhelm-Busch-Schule, das dem Kreis Offenbach gehöre.

Zwei der vier Unterzeichnerfamilien fühlen sich in ihren persönlichen Interessen beeinträchtigt. Beim Kauf ihrer Bauplätze hätten sie sich darauf verlassen, dass in der Nachbarschaft nur Wohnhäuser vorgesehen seien. Von der geplanten Sozial-Einrichtung erwarten sie eine erhöhte Verkehrs- und Lärmbelästigung durch Elternautos, spielende Kinder und eine Nutzung einzelner Räume bis in den Abend hinein. Die vier Anwohnerfamilien betonen, „dass wir nicht gegen ein Familienzentrum sind“. Der Bedarf an sozialen Einrichtungen sei aber in Nieder-Roden höher als an dieser Stelle.

Beratungsangebote für Eltern seien in allen Stadtteilen notwendig, gab Sozialamtsleiter Stefan Jaud am Mittwoch im Jugend- und Sozialausschuss zu verstehen: „In Jügesheim haben sie natürlich einen anderen Schwerpunkt als in Nieder-Roden.“ Prof. Kurt Offenloch (FDP) verwies auf die intensive Elternarbeit der katholischen Kindertagesstätte Seestraße in Nieder-Roden, „die einem Familienzentrum schon sehr nahe kommt“. Ausländerbeiratsvorsitzender Göksal Arslan mahnte allerdings dort eine räumliche Erweiterung an.

Quelle: op-online.de

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