Schnellladung mit 22 Kilowatt am Rathaus

Erste Tankstelle für Elektroautos

+
Zentimeterarbeit: Tobias Rittler, Michele Laguardia, Alexander Kirchner (von links) von der Energietochter der Stadtwerke stellen die erste Stromtankstelle des Unternehmens an der Hintergasse auf.

Rodgau -  Ob Einkauf, Friseur oder Arztbesuch: Wer ein Elektroauto fährt und in der Jügesheimer Ortsmitte zu tun hat, kann jetzt nebenher die Akkus aufladen. Die erste Tankstelle für Elektroautos steht seit gestern am Rathaus an der Hintergasse. Weitere Ladesäulen im Stadtgebiet sollen bis zum Frühjahr folgen.

Die Energieversorgung Rodau GmbH (EVR) will bis zum Frühjahr 20 öffentliche Ladesäulen in Betrieb nehmen. Der Energieversorger trägt so dazu bei, die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Dahinter steht die Idee: Je mehr Auflademöglichkeiten es gibt, umso eher entscheiden sich Menschen für den Kauf eines Elektroautos.

Für die Einrichtung der Stromtankstellen gibt es Zuschüsse aus dem kommunalen Investitionsprogramm. Die Kosten sind mit 300 000 Euro kalkuliert. Ein gutes Drittel davon trägt der Staat.An jeder Ladesäule können zwei Autos gleichzeitig ihre Energiereserven auffüllen. „Die Säule hat zwei Schnellladepunkte von jeweils 22 Kilowatt“, erklärt Tobias Rittler. Er ist Projektleiter für Energie- und Beleuchtungstechnik bei der Stadtwerke Rodgau Energie GmbH (SWR.E).

Ihr Anschlusskabel müssen die Autofahrer selbst mitbringen. Eine spezielle Anwendung auf dem Smartphone sorgt dafür, dass der Strom fließt. Auch die Bezahlung läuft elektronisch. „Die App ist mit allen Systemen kompatibel, die in Deutschland verfügbar sind“, sagt Rittler.

Planung und Aufbau der Ladestationen leistet die Stadtwerke-Tochter SWR.E mit eigenen Leuten. Den Betrieb übernimmt hingegen die Energieversorgung Rodau, bei der die Maingau-Energie GmbH aus Obertshausen als 49-Prozent-Gesellschafter mit im Boot ist. „Die EVR steht für die Energiewende in Rodgau“, betonte Geschäftsführer Dirk Schneider in einer Pressemitteilung im Sommer. Elektrische betriebene Fahrzeuge leisteten einen Beitrag dazu, die Luftbelastung durch Abgase zu verringern.

Bilder: Rodgau muss bei Fahrradfreundlichkeit nachbessern

Die meisten Stromtankstellen sind dort geplant, wo man sich üblicherweise eine Zeit lang aufhält: an Bürgerhäusern, Sportstätten und in Gewerbegebieten. Neun Ladesäulen sind in Jügesheim geplant, je vier in Nieder-Roden und Weiskirchen sowie drei in Dudenhofen. Zu den Standorten zählen Badesee, Bahnhof Nieder-Roden, Selgros-Großhandel und Waldfriedhof.

Zusätzlich plant die Maingau Energie GmbH 36 Ladesäulen in Obertshausen, Heusenstamm, Dietzenbach und Hainburg.

Damit man Elektroautos auch zu Hause zügig aufladen kann, vertreibt die EVR eine Elf-Kilowatt-Ladestation zur Wandmontage zum Preis von rund 600 Euro. Mit einem Zuschuss von 100 Euro beteiligt sich das Unternehmen an den Kosten der Installation.

Nicht nur mit der Infrastruktur will die Energieversorgung Rodau mit gutem Beispiel vorangehen. Sie will auch selbst Elektroautos nutzen. Auch die Stadtverwaltung setzt auf Stromer. Zunächst sollen zwei Fahrzeuge angeschafft werden – ebenfalls mit Zuschüssen aus dem Investitionsprogramm. (eh)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare