Erstmals Bußgelder wegen Leinenpflicht

Rodgau - (eh) Ein knappes Jahr nach dem In-Kraft-Treten der Verordnung über Leinenzwang hat die Stadt Rodgau erstmals Bußgelder gegen Hundehalter verhängt. Sechs Bürger müssen jeweils 50 Euro bezahlen, weil sie ihre Tiere in Wiesen und Feldern frei laufen ließen.

„Hunde müssen an die Leine“ heißt es während der Setz-, Brut- und Aufzuchtzeit vom 15. Februar bis zum 15. Juni außerhalb des bebauten Stadtgebiets. Auf dem Bahnpfädchen und auf den Straßen zu den Waldfreizeitanlagen gilt diese Vorschrift sogar das ganze Jahr lang.

„Wenn gute Worte allein nicht reichen, muss auch die Kontrollfunktion wahrgenommen werden“, sagt Stadtrat Michael Schüßler, in Rodgau für Recht und Ordnung zuständig ist. Seit Wochen sind die städtischen Ordnungspolizisten auf den Feldwegen unterwegs und erinnern Hundehalter an die Leinenpflicht. In den meisten Fällen bleibt es bei einer mündlichen Verwarnung, die kein Geld kostet.

Doch nicht alle Leinensünder sehen es ein, dass wild lebende Tiere im Frühjahr besonderen Schutz brauchen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes berichten auch von pampigen Bemerkungen: „Zeigen Sie mir erst mal, wo das steht.“ Auf die Bitte nach dem Personalausweis hörten die Ordnungshüter auch schon solche Sätze: „Ich kann mich gar nicht erinnern, wie ich heiße.“

An diesem Punkt versteht auch Stadtrat Schüßler keinen Spaß: „So etwas darf keine Schule machen.“ Wenn bei mehren Rechtsverstößen die Einsicht fehle, sei ein Bußgeld angebracht. Ihren Spielraum von fünf bis 5 000 Euro schöpft die Stadtverwaltung vorsichtig aus. Das jetzt verhängte Bußgeld von 50 Euro hält nach Schüßlers Überzeugung auch einer gerichtlichen Prüfung stand.

Einfache Papierschilder mit aufgedrucktem Stadtwappen erinnern Hundehalter an den Leinenzwang und an ihre Pflicht, Hundekot zu beseitigen. Diese Schilder sorgen unter Spaziergängern, Joggern und Radlern für Irritationen - denn dort steht sinngemäß auch, dass sie jedem Traktor ausweichen müssen.

Die rechtliche Lage ist schwieriger, denn nicht jeder Weg zwischen Wiesen und Feldern ist nur für die Landwirtschaft „gewidmet“. Das sieht man den Wegen aber nicht an. Andere Feldwege hat die Stadt ausdrücklich als Rad-Rundweg ausgeschildert. Die meisten Feldwege werden sowohl von Landwirten als auch für die Freizeit genutzt. Stadtrat Schüßler: „Mischnutzung heißt, von allen Seiten ab- und zuzugeben. Da sind mit Sicherheit auch unsere Landwirte gefragt.“

Quelle: op-online.de

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