Eugen-Roth-Straße: Plan liegt erneut aus

Gartenhecke nicht erlaubt

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Die letzte öffentliche Wiese an der Eugen-Roth-Straße soll ein Bauplatz werden.

Jügesheim - Es bleibt dabei: Die letzte städtische Grünfläche im Wohngebiet J26 soll ein Bauplatz werden. Argumente und Unterschriftenlisten der Anwohner konnten das bisher nicht verhindern. Kleinere Änderungen haben sie aber durchgesetzt.

So muss das geplante Doppelhaus zum Nachbargebäude nicht drei, sondern sechs Meter Abstand halten. Für die Verkehrssicherheit soll die Straßenkurve weiterhin gut einsehbar bleiben. Gartenmauern und Hecken sind deshalb nicht erlaubt und ein Gartenhäuschen muss mindestens fünf Meter Abstand vom Straßenrand halten.

Mit diesen Änderungen wird der Bebauungsplan-Entwurf erneut öffentlich ausgelegt. Das hat das Stadtparlament im Dezember mit der Mehrheit aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern beschlossen. Die anderen Fraktionen stimmten gegen den Plan. Sie wollen die Wiese als öffentliche Begegnungsfläche erhalten.

Ein gemeinsamer Spielplatz als Einigung

Das Grundstück Eugen-Roth-Straße 7 ist 597 Quadratmeter groß: eine Wiese mit drei Bäumen in einem kinderfreundlich wirkenden Wohngebiet. Ursprünglich war dort einen Spielplatz vorgesehen. Doch daraus wurde nie etwas. Stattdessen einigte sich die Stadt mit dem Kreis Offenbach auf einen gemeinsamen Spielplatz an der Wilhelm-Busch-Schule. Er ist allerdings nur noch bis Ende 2015 vertraglich gesichert. Der Magistrat hat den Auftrag, mit dem Kreis über eine dauerhafte Lösung zu verhandeln.

Weitere Spielplätze in der Nähe befinden sich an der Christian-Morgenstern-Straße und am Korbeinering, keiner weiter als 400 Meter entfernt. Die Wiese an der Eugen-Roth-Straße ist allerdings längst mehr als ein Kinderspielplatz, wie Anwohner berichten. Vom Frisbee-Spiel über Kindergeburtstage bis zur Grillparty fand dort schon viel statt.

Neue Begegnungsflächen

Die Wiese gehört zu jenen Flächen, die die Stadt laut Spielplatzkonzept nach und nach verkaufen will. Dabei fließt die Hälfte des Erlöses in die Ausstattung anderer Spielplätze, die andere Hälfte senkt das Haushaltsdefizit der Stadt. Dieses Spielplatzkonzept wurde 2011 gegen den Widerstand der CDU beschlossen. Die Union sieht darin nach wie vor nur „ein Konzept zur Verwertung von Flächen“. Die Stadt mache es sich zu einfach, wenn sie solche Grundstücke ohne Not aufgebe. Mit Blick auf die älter werdende Bevölkerung seien neue Begegnungsflächen notwendig. Die Wiese an der Eugen-Roth-Straße sei ein Treffpunkt, wie ihn andere Städte mit großem Aufwand neu gestalteten.

Auch die Fraktion „Zusammen mit Bürgern“ ist gegen den Bebauungsplan. Der geplante Anbau der Wilhelm-Busch-Schule für die Betreuung nehme die Stadt den Kindern die letzte Möglichkeit, Fußball zu spielen: „Der Bolzplatz soll für den Anbau vernichtet werden.“ Der geänderte Bebauungsplan liegt vom 20. Januar bis zum 21. Februar im Rathaus aus. Betroffene können ihre Bedenken und Anregungen äußern.

eh

Quelle: op-online.de

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