Voraussichtliche Einweihung am Reformationstag

Evangelische Kirchengemeinde plant neuen Glockenturm

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Das Kreuz auf dem Glockenturm überragt das Gemeindehaus am Puiseauxplatz um etwa dreieinhalb Meter.

Nieder-Roden - Nach der Erweiterung des 1976 am Puiseauxplatz gebauten Gemeindehauses, plant die evangelische Kirchengemeinde jetzt den Bau eines Glockenturms. Er soll neben dem sanierten Gemeindehaus in einer verwilderten Ecke des Grundstücks quasi im Pfarrgarten stehen.

Der Bauantrag beim Landkreis Offenbach ist gestellt. 2013 verkaufte die evangelische Kirchengemeinde Nieder-Roden ihre inzwischen als privates Wohnhaus genutzte Christuskirche an der Schulstraße, um sich am Puiseauxplatz zu konzentrieren. Erntedank 2014 war dort im alten Gemeindehaus der letzte Gottesdienst, dann rückten Bautrupps an. Ein Jahr später war Einweihung des für 840.000 Euro erweiterten Hauses.

Architekt Uwe Kollmenter und Claudia Wolny hoffen, dass der Turmbau im März beginnen kann.

Schon damals schwang bei den Planungen immer die Idee mit, es müsse am neuen Gemeindehaus ein Glockenturm stehen – für die alten Glocken aus der Christuskirche. Das Geläut besteht aus drei Glocken, die in den 60er Jahren produziert worden waren. Beim Kirchenverkauf blieben sie in Gemeindebesitz und lagern seitdem in einer Garage. Dort warten sie darauf, wieder erklingen zu dürfen. Das soll nun bald der Fall sein. Dem Landkreis Offenbach liegt der Bauantrag vor. Sofern alles glatt läuft, könnten die Baugenehmigung und die Zustimmung der kirchlichen Regionalverwaltung bis März vorliegen. Dann könnten Architekt Uwe Kollmenter und seine Mitarbeiter loslegen. Das Büro Kollmenter / Fink hat bereits das Gemeindehaus gebaut – wie übrigens auch die Dependance der katholischen Kirchengemeinde St. Matthias in Rollwald, die Heilig-Kreuz-Kirche.

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Ursprünglich war gedacht, den Glockenturm neben den Eingang des Gemeindehauses zu stellen. „Das geht aus statischen Gründen nicht“, erläutert Uwe Kollmenter. Jetzt ist geplant, ihn neben das Haus in eine verwilderte Ecke des Pfarrgartens zu stellen. „Dort hatten wir zuletzt bewusst nicht mehr gerodet, weil wir ja bauen wollen“, sagt die Vorsitzende des Bauausschusses, Claudia Wolny. Zehn Meter wird der Turm hoch. Ein Kreuz krönt ihn. Der Turm besteht aus vier Stahlbetonstützen. Betonplattformen verbinden sie. Aluminiumlamellen verkleiden den Glockenstuhl. Die Lamellen verbergen zwei Öffnungen – eine zum Puiseauxplatz und eine zur Lichtenbergstraße hin. Ein Glockensachverständiger der kirchlichen Regionalverwaltung hat die Architekten bei der Planung des Glockenstuhls zum Beispiel zu Aspekten des Schallschutzes beraten. Das Geläut soll ausschließlich zu Gottesdienstbeginn und zum Vater Unser ertönen.

Für die Einweihung ist ein denkwürdiges Datum vorgesehen: der Reformationstag am 31. Oktober. Dieses Jahr ist er im Gedenken an 500 Jahre Reformation einmalig ein gesamtdeutscher gesetzlicher Feiertag. Die Baukosten von bis zu 130.000 Euro hat die Gemeinde schon beisammen – großzügigen Spendern und einer strengen Haushaltsführung sei Dank. „Da sind wir entspannt“, kommentiert Claudia Wolny die komfortable Situation. (bp)

Quelle: op-online.de

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