Krafttraining ohne Murren

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Heiß begehrt bei Hainhausens Handballern: Ein Autogramm von Jan-Olaf Immel.

Hainhausen - „Früher habe ich bei der SG Wallau-Massenheim gespielt“, berichtet Jan-Olaf Immel. Und schon steht der 36-Jährige ehemalige Handball-Nationalspieler verbal unter Beschuss. Von Patrick Leonhardt

„Wallau, das sind doch die, die mit Nieder-Roden in der vierten Liga spielen“, kommt aus aus den Reihen der Kids. „Aber noch vorne liegen“, erwidert Immel. „Aber am Saisonende einen Punkt abgezogen bekommen und dann liegt Nieder-Roden vorne. “.

Rodgaus Handball-Nachwuchs ist eben nicht auf den Mund gefallen. Und dass sie Handball spielen können, demonstrierten 33 Kinder aus der Handball-AG der Hainhäuser Geschwister-Scholl-Schule (GSS) und der beiden GSS-Schulmannschaften auch noch.

Zwei Stunden lang trainierten die Schüler

Zwei Stunden lang trainierten die Schüler der Jahrgänge 1999 bis 2001 gestern mit dem Wiesbadener Immel, der am 3. Februar diesen Jahres offiziell seine Karriere beendet hat. Der Rückraumspieler arbeitet seit 2003 im Schulsportzentrum des Elly-Heuss-Gymnasiums in Wiesbaden mit talentierten Handballkindern zusammen. Seine Erfahrung und sein Wissen gab Immel nun an die Schüler der GSS weiter. Beim bundesweiten Wettbewerb „Handballstars go school“ hatte GSS-Schüler Niklas Kneißl mit einem selbstgedrehten Video ein Training mit einem Handballstar für seine Schule gewonnen.

Zweikampftraining mit dem ehemaligen Nationalspieler.

„Die Gruppe zeigt großes Interesse“, lobt Jan-Olaf Immel. „Die Kids waren schnell ruhig, haben Lust, Spaß und Ehrgeiz gezeigt.“ Spaß ist für den Vize-Weltmeister (2003) und Europameister (2004) ohnehin das wichtigste. „Wir wollen mehr Kinder zum Handball bringen“, sagt der Diplom-Sportlehrer, der derzeit in Frankfurt als zweites Fach Geographie studiert. Nicht über Leistungsdruck, sondern über den Spaß. Denjenigen, die erst seit kurzem Handball spielen, vermittelt Immel den Spaß am Handballsport, den schon etwas erfahreneren Handballern zeigt er Kniffe und Tricks, wie sie noch effektiver spielen können. Der Nachwuchs ist begeistert und leistet während des Aufwärmprogramms auch die zehn Liegestützen auf einem Handball ohne Murren ab.

Training bei einem echten Handballstar

Training bei einem echten Handballstar – das ist auch für die GSS-Schüler etwas ganz Besonderes. „Wenn die Kids merken, dass du ihnen etwas vermitteln kannst, dann funktioniert das sehr gut“, berichtet Immel. Und vermittelt hat er ihnen eine ganze Menge. „Tempowechsel“, lautet das Hauptaugenmerk bei dieser Trainingseinheit. „Zwei Stunden sind bei einer solchen Gruppe eigentlich viel zu kurz. Die sind auch nach drei Stunden noch nicht müde“, schmunzelt der ehemalige Nationalspieler, der sich um den hessischen Handballsport große Sorgen macht: „In der 3. Liga stehen Kleenheim, Pohlheim und Münster vor dem Abstieg, in der Bundesliga die HSG Wetzlar. Wir müssen aufpassen, dass der höherklassige Handball in Hessen nicht bald nur noch aus Melsungen besteht.“

Nach dem Training fand für alle Schüler auf dem GSS-Schulhof noch ein Handball-Event mit vielen spannenden Übungen statt.

Quelle: op-online.de

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