Explosionsgefahr: Ganze Schule geräumt

Nieder-Roden - (eh) Alarm in der Heinrich-Böll-Schule: Wegen Explosionsgefahr mussten die rund 700 Schüler der integrierten Gesamtschule am Dienstag gegen 9.45 Uhr ins Freie flüchten.

Beim Chemie-Versuch eines Lehrers in der 9. Klasse der Heinrich-Böll-Schule war eine Wasserstoffflasche in Brand geraten. Der Chemielehrer forderte daraufhin seine Schüler auf, den Alarmknopf zu drücken. Innerhalb kürzester Zeit war das Schulgebäude geräumt. Als Feuerwehr und Polizei eintrafen, standen Schüler und Lehrer auf ihren Sammelplätzen im Freien. Die Flammen waren bereits gelöscht.

Feuerwehrleute brachten die rote Zehn-Liter-Gasflasche aus dem Gebäude und ließen das Gas kontrolliert entweichen. Nach etwa 25 Minuten wurden die oberen Stockwerke des Schulhauses wieder für den Unterricht freigegeben. Die Fachräume für Naturwissenschaften waren noch etwas länger gesperrt. Dort wurde erst einmal kräftig gelüftet. Gasmessungen mit Spezialgeräten der Feuerwehr Ober-Roden zeigten schließlich, dass keine Gefahr mehr bestand.

Mit Wasserstoff ist nicht zu spaßen. Sobald sich das farb- und geruchlose Gas mit Luft mischt, entsteht Knallgas, das schon durch einen kleinen Funken explodieren kann.

„Das hat vorbildlich geklappt“, lobte Stadtbrandinspektor Andreas Winter die rasche Räumung des Gebäudes. Auch Schulleiterin Andrea Haus zollte ihren Schülern große Anerkennung: „Sie haben sich sehr vernünftig verhalten. Niemand wollte zurücklaufen, um seinen Ranzen zu holen.“

Ironie des Schicksals: Ausgerechnet für denselben Tag hatte die Schule ohnehin eine Räumungsübung geplant, aber nicht für die dritte, sondern für die vierte Stunde. So vermutete die Schulleiterin zunächst, der Alarm sei irrtümlich zu früh ausgelöst worden. Erst auf dem Flur erfuhr sie, dass es sich um einen echten Notfall handelte.

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Nach der ganzen Aufregung waren alle Beteiligten erleichtert, dass nichts passiert war. Andrea Haus: „Lieber räumen wir das Gebäude einmal mehr als einmal zu wenig.“ Nur an einer Stelle zeigte sich Nachbesserungsbedarf: Die Entwarnung per Lautsprecher war nicht überall zu hören - mit der Folge, dass einige Schülergruppen am Ballspielfeld noch brav ausharrten, als die anderen schon wieder auf dem Weg ins Klassenzimmer waren.

Quelle: op-online.de

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