Nachwuchs für Falkenfamilie

Jügesheim (pul) - Wenn nicht gerade Tag des offenen Denkmals ist, steht der Wasserturm völlig regungslos an der gleichnamigen Straße im Jügesheimer Kiefernwald. Dabei herrscht im Frühling alles andere als Tristesse in dem Industriedenkmal.

Im obersten Stockwerk des denkmalgeschützten Bauwerks sorgen Turmfalken zurzeit für Nachwuchs. Schatzmeister Herbert Rettner vom Verein der Wasserturmfreunde riskiert nur sehr selten einen Blick in den Nistkasten. Vier Eier liegend darin; sie sind dem Turmfalken (Falco tinnunculus) zuzuordnen. Den etwa 130 Zentimeter langen Nistkasten erreichen die Greifvögel durch einen schmalen Durchlass ist der Turmmauer. Eine hölzerne Stange dient ihnen dabei als Ansitz außerhalb des Gebäudes. Die Falken legen ihre Eier ab Mitte April. Nach etwa 28 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungvögel. Dann haben die Eltern alle Schnäbel voll zu tun, die Beute heranzuschaffen, und die hungrigen Mäuler zu stopfen.

Seit gut 15 Jahren hängt der Nistkasten im Wasserturm, einige Meter unter dem Dachgebälk, und hat seit dieser Zeit schon viele Vögel flügge werden sehen. Herbert Rettner und seine Vereinskameraden lassen die Turmfalken bei ihrem Brutgeschäft in Ruhe. Nur wenn Kinder aus Schulen und Kindergärten zur Besichtigung des 43 Meter hohen Wahrzeichens kommen, schiebt Herbert Rettner eines der Bretter etwas zu Seite, damit die natürliche Neugier der kleinen Besucher befriedigt wird.

Die Fakten:

- Der Turmfalke ist nach dem Mäusebussard der häufigste Greifvogel in Mitteleuropa.

- Auf offenen Flächen und auch in Städten sind die Tiere durch ihren Rüttelflug bekannt. 

- Der Turmfalke ist 35 Zentimeter groß, die Flügelspannweite beträgt 75 Zentimeter. 

- Sein Verbreitungsgebiet reicht von Großbritannien quer über Westeuropa bis nach Ägypten.

- Der Falke lebt von Mäusen, selten von kleinen Singvögeln. Zur Jagd benötigt er freie Flächen mit niedrigem Bewuchs.

Quelle: op-online.de

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