Familienzentren für die Zukunft

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Familienminister Jürgen Banzer und sein Begrüßungskomitee (von links): Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger, Stadtverordnetenvorsteherin Anette Schweikart-Paul, Ortsvorsteher Steffen Hartmann.

Nieder-Roden - (eh) Mit einem Zusatzausbildung für Erzieherinnen in den Kindergärten will das Land Hessen eine Grundlage für eine bessere Bezahlung schaffen.

Das kündigte Familienminister Jürgen Banzer am Freitag im CDU-Stadtgespräch im Bürgerhaus Nieder-Roden: „Wir müssen etwas tun, um die Attraktivität dieses Berufs zu erhöhen.“ Wer die Zusatzqualifikation erwerbe, müsse auch in eine höhere Gehaltsstufe eingruppiert werden. Laut Banzer erhalten Berufsanfänger nach ihrer fünfjährigen Ausbildung bisher nur 1 800 Euro monatlich; in den ersten vier Ausbildungsjahren gebe es überhaupt kein Geld. Bildung ab der frühen Kindheit sei „das wichtigste Zukunftsthema in unserem Land“.

Erzieherinnen im Publikum wiesen auf ihre hohe Belastung hin. Drei Stunden Vorbereitungszeit pro Woche seien zu wenig angesichts der neuen Aufgaben (beobachten, dokumentieren, Auffälligkeiten erkennen, Eltern beraten), sagte Kindergartenleiterin Inge Kunkel von der Kita am Bürgerhaus. „Wir rackern uns echt ab“, ergänzte eine Kollegin aus der Kita Turmstraße. Bildung und Erziehung erforderten Beziehungsarbeit „und dafür brauchen wir Zeit und Personal“. Mit 1,75 Erzieherstellen für 25 Kinder seien nicht alle Qualitätsstandards erfüllbar.

Bei der Betreuung der unter dreijährigen Kinder machte Minister Banzer in Rodgau Nachholbedarf aus. Landesweit gebe es Plätze für 18 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe, „in Rodgau sind Sie noch nicht ganz so weit“. Stadtverordnetenvorsteherin und Bürgermeisterkandidatin Anette Schweikart-Paul stellte hingegen die positiven Seiten heraus: Seit 1989 unterstütze die Stadt Betreuungsangebote an Grundschulen, 1990 habe sie erstmals eine altersgemischte Familiengruppe angeboten und in den letzten Jahren mehrere Kleinkindgruppen eingerichtet. Als wegweisend bezeichnete Schweikart-Paul auch die Beschlüsse zum kostenlosen Kindergarten ab dem dritten Geburtstag: „Wir als CDU hätten gern noch das kostenfreie Mittagessen in den Kindertagesstätten umgesetzt.“ Die Zukunft gehöre den Familienzentren mit Bildung, Betreuung und Beratung unter einem Dach.

Quelle: op-online.de

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