Nach Brandschaden am Familienzentrum

Kleinkinder in die alte Schule

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In den nächsten drei Monaten will die Stadt das Erdgeschoss der alten Schule kindgerecht umbauen.

Dudenhofen - Nach dem Auszug des Polizeipostens soll die alte Schule Dudenhofen erneut zu einem Ort für Kinder werden. Die Stadt will das Erdgeschoss so umbauen, dass dort zwei Kleinkindergruppen Platz finden. Die Zeit ist knapp: In drei Monaten soll Eröffnung sein.

Gestern Abend stellte Erster Stadtrat Michael Schüßler dem Haupt- und Finanzausschuss das Bauvorhaben vor. Der Plan war taufrisch: Bürgermeister Jürgen Hoffmann hatte davon am Montag um 9 Uhr nach Rückkehr aus dem Urlaub erfahren. Bis Ende letzter Woche hatten noch Gespräche mit anderen Behörden stattgefunden.

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Mit einem Aufwand von rund 250.000 Euro will Bau- und Sozialdezernent Schüßler das Erdgeschoss der alten Schule zur Kinderbetreuungseinrichtung umbauen: zwei Gruppen- und zwei Schlafräume, Sanitäranlagen, Küche und Personalraum. Das Obergeschoss soll wie geplant den örtlichen Vereinen zur Verfügung stehen. Nach dem Auszug des Polizeipostens hatte die regierende Kooperation (SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler) das Erdgeschoss zunächst als neuen Sitz der ärztlichen Notdienstzentrale angeboten. Dieser Plan habe sich nun überholt, so Schüßler: „Es handelt sich um eine Notmaßnahme.“

Die Stadt ist unter Zugzwang. Ein Brand auf der Baustelle verzögert den Neubau des Familienzentrums Alter Weg um sechs bis neun Monate. Kleinkinder haben aber nach ihrem ersten Geburtstag einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

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Das Familienzentrum sollte am 1. September in Betrieb gehen. Erzieherinnen sind bereits eingestellt. Die Stadt stand vor der Wahl, teure Containerräume anzumieten oder das Geld in eigene Räume zu investieren, die auch nach der Übergangszeit noch für die Kinderbetreuung genutzt werden können. Die Stadt stehe zu ihrer Verpflichtung, den Rechtsanspruch einzulösen, betonte der Erste Stadtrat gestern vor der Presse: „Wir hätten uns auch auf höhere Gewalt berufen können, aber das wollten wir nicht.“ Dabei sei es unerheblich, in welchem Stadtteil die neue Kleinkind-Einrichtung gebaut werde. Michael Schüßler: „Wir möchten ein Angebot machen, können aber niemanden zwingen.“

Eine weitere Gruppe für Unter-Dreijährige will die Stadt in der Kita am Bürgerhaus Nieder-Roden ansiedeln. Dort gebe es mehr Raum als in anderen Einrichtungen. Beim Umbau der alten Schule in Dudenhofen ist laut Schüßler keine Zeit zu verlieren: „Wir brauchen jeden Tag.“ Das Baudenkmal aus dem Jahr 1908 hat zum Beispiel noch Fenster mit Einfachverglasung. Zudem muss der Vorplatz umgebaut werden, damit die Kinder auch draußen spielen können.

eh

Quelle: op-online.de

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