Maskenbildnerinnen in Rodgau

Farbe für die Fastnacht

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Bei Meike Bahnert stehen die Bienen Schlange. Auf dem Flur im Untergeschoss der GBS-Aula geht es beim Schminken eng zu.

Jügesheim - Sie stehen nie im Rampenlicht, doch ohne sie läuft Fastnacht nicht: Viele Helfer im Hintergrund sorgen für einen reibungslosen Ablauf auf der Bühne und im Saal. Von Ekkehard Wolf

Ihre Aufgaben reichen vom Auf- und Abbau über die Technik am Mischpult und das Büttenschieben auf der Bühne bis zur Verpflegung in der Pause. Eine Sonderrolle haben die Maskenbildnerinnen an den Schminktischen: Sie bekommen vom Bühnenprogramm fast nichts mit.

Ein weiß gekachelter Raum unter der Aula der Georg-Büchner-Schule ist das Reich von Susanne Mahr und Gundi Uslenghi bei der Jugendfastnacht der TGS Jügesheim. Mit Schwamm und Pinsel, Kamm und Bürste machen sie die Mitwirkenden bühnenfein. Obwohl sie zwei Stunden vor Beginn der Sitzungen anfangen, sind sie zur Halbzeitpause noch lange nicht fertig. „Manche müssen ja auch umgeschminkt werden, weil sie in mehreren Nummern auftreten“, weiß Susanne Mahr. Mit normalem Make-up hat die „Maske“ wenig zu tun. Hier muss alles etwas deftiger und kräftiger sein, damit die Akteure auf der Bühne nicht zu blass aussehen: ein Teint wie aus dem Solarium, dazu gerötete Wangen. Auch Augenlider und Lippen dürfen gern ein bisschen stärker betont sein.

Rouge, Lidschatten, Haarpracht

Nicht immer ist es damit getan, Rouge aufzulegen, Lidschatten zu applizieren und die Haarpracht zu bändigen. Besonders bei den Tanzgruppen sind die Ansprüche hoch. Fünf Mütter unterstützen die Maskenbildnerinnen in dieser Saison und schminken die Kinder der „Minkas“ und der „Rodau-Hippers“. Auch sie haben alle Hände voll zu tun. Für die Jüngsten ist der Aufwand am größten. Die „Minkas“ tanzen diesmal als Zuckerblumen im Schlaraffenland. Es dauert etwa eine Viertelstunde, bis die kleinen Gesichter umgestaltet sind: grüne Wangen, schwarze Linien, weiße Linien darüber, rote Lippen, silberne und grüne Glitzerpunkte. Vier Frauen teilen sich die Arbeit, jede übernimmt einen Arbeitsschritt, fast wie am Fließband. Die Kinder rücken Stuhl um Stuhl weiter, ohne die Geduld zu verlieren. Die Mütter sind begeistert: „Es sind ganz tolle Kinder. Sie beschäftigen sich, sie naschen, sie rennen auch rum, aber es passiert nichts. Sie wissen, was sie dürfen. Sie sind eben schon alte Hasen.“

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Die Schminkstraße für die beiden Tanzgruppen befindet sich in einem schmalen Flur im Untergeschoss. Eine offene Tür erlaubt den Blick in einen Raum der Schülerbetreuung, wo die Kindergarde neben einem Tischfußballgerät noch einmal ihre Zugabe probt. Auch an den improvisierten Schminktischen ist immer was los. Es geht eng zu: „Amelie, geh mal weg, damit die Karina eine Station weiter rücken kann.“ Eine Mutter sucht ihr Kind, ein Junge kränkelt, ein Mädchen muss aufs Klo. 1 000 Fragen schwirren durch die Luft und jede findet eine Antwort. Gleichzeitig arbeiten die Schminkerinnen mit voller Konzentration weiter. Ein Schluck Sekt im Plastikbecher steht bereit, bleibt aber unberührt.

Die Maske der Minkas

Diese kunstvolle Maske erfordert eine Viertelstunde Arbeit. Die „Minkas“ durchlaufen vier Stationen nacheinander.

Die Maske der Minkas ist eine gemeinschaftliche Idee von Heike di Gioia, Jutta Groha und Carina Schuler. Mehrere Probeläufe im Scheinwerferlicht waren nötig, um das Aussehen festzulegen. Die große Schwester einer Tänzerin musste drei Mal auf die Bühne und wurde immer wieder neu geschminkt. Der Aufwand hat sich gelohnt, wie Jutta Groha berichtet: „Im Licht sieht alles anders aus. Wir haben gemerkt, dass wir die schwarzen und weißen Linien viel dicker machen müssen.“

Während Nadja Büttner, Jutta Groha, Carina Schuler und Bianca Schmitt die Minkas schminken, stehen die Rodau-Hippers bei Meike Bahnert geduldig in der Warteschlange. Ihre Bienengesichter sind einfacher zu schminken: weiß um die Augen, das restliche Gesicht gelb, schwarze Farbtupfer durch ein Gemüsenetz. Das Ganze ist eine Sache von wenigen Minuten. Kurz vor 14 Uhr wird es ruhiger im Schminkflur. Oben im Foyer sammeln sich die Kinder zum Einmarsch in den Saal. Auch die Gruppenleiterinnen sind inzwischen kostümiert und geschminkt. „Nach der Garde-Zugabe treffen wir uns wieder hier“, heißt die Devise für die Minkas: „Aber nicht zu spät, damit wir die Lippen noch nachschminken können.“

Quelle: op-online.de

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