Jeder Stich sitzt

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Maria Simon näht vorm Kampagnestart manchmal bis tief in die Nacht. „Ich brauch diesen Zeitdruck aber“, sagt sie.

Nieder-Roden (bp) - Die feschen Mädels der Rot-Weiß-Garde sind ohnehin eine Augenweide. In den raffinierten Kostümen von Maria Simon kommt das aber noch besser zur Geltung. Seit 40 Jahren schneidert die fastnachtsbegeisterte Nieder-Röderin die Dienstkleidung der TG-Tänzerinnen und lässt sich dabei immer wieder etwas Neues einfallen.

In der aktuellen Kampagne wirbeln die attraktiven Gardistinnen als Amazonen über die Bühne: ein optischer und tänzerischer Höhepunkt. Die feingliedrigen und phantasievollen Kostüme entstehen bei Maria Simon zuhause. In der früheren Feintäschnerwerkstatt ihrer Eltern hat sie ein sechs Quadratmeter großes Nähzimmer.

Die 63-Jährige ist zwar Hobby-Schneiderin und Amateur. Doch was unter ihren flinken Fingern aus Stoffen, Pailletten und Federn zu farbenprächtigen Kleidungsstücken wird, ist absolut professionell. Fernsehballetts haben auch nichts Schickeres an. Vielleicht kommt diese Qualität aus der Freude, mit der die fleißige Hofschneiderin ans Werk geht. „Mir fällt’s nicht schwer. Ich mache das sehr gern“, beschreibt sie ihren Spaß an der kreativen Freizeitbeschäftigung. Von dieser Freude schenkt sie nicht nur viel, sondern sie bekommt davon auch viel zurück.

Früher selbst in der Garde getanzt

Spätestens wenn die hübschen Tänzerinnen bei der Anprobe glücklich und anerkennend lächeln, sind die vielen Stunden Tüftelarbeit in der engen Nähstube zwischen Stoffballen, Schnittmustern, einer Anprobierpuppe, Bügeleisen und Nähmaschinen vergessen.

Als Mädchen tanzte Maria Simon selbst in der Garde. Mit 17 machte sie einen Nähkurs und bot Hilfe an, wenn der Tanz-Dress nicht passte. Daraus wurde dann - anfangs mit Unterstützung ihrer Mutter Leni - immer mehr. So kommt’s, dass bis heute zig Hundert Kostüme durch ihre geschickten Hände gingen. Auch das legendäre Nieder-Röder Männerballett profitiert von ihren großen Fähigkeiten.

Ans Aufhören denkt die 63-Jährige übrigens noch nicht. „So lange ich’s noch kann, mache ich’s gern.“ Da kann sich die TGN wirklich glücklich schätzen . . .

Quelle: op-online.de

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