Fassenacht ist schöner als Kino

Jügesheim (eh) ‐ Wenn Humphrey Bogart Hessisch babbelt, wenn Darth Vader an Schweinegrippe erkrankt und wenn Charlie Chaplin im Sechserpack tanzt, dann ist „Fassenacht in Hollywood“ bei TGM SV. Der „Ufftakt“ der närrischen Kampagne entführte das Publikum in die Traumfabrik.

Dass das geheime Motto der Kampagne bereits zehn Tage zuvor in der Hessenschau zu sehen gewesen war, nahm dem Abend nichts von seiner Einzigartigkeit. So wie beim „Ufftakt“ werden die Fassenachter aus der Weiskircher Straße ihr Kino-Motto nie mehr präsentieren: Für die großen Sitzungen am 23. und 30. Januar gibt‘s ein neues Programm.

Mehr Bilder vom Fastnachts-„Ufftakt“:

Mottoshow der TGM SV Jügesheim zum „Ufftakt“

Eine Nummernrevue lockte die Zuschauer in die Welt des Films und bot 77 Minuten guter Unterhaltung. Am Beginn stand die Oscar-Verleihung, eine charmant verpackte Ehrung für Vorstandsmitglied Edith Haus. Für sie durfte es schon ein lebensgroßer Oscar sein: „So groß und so goldisch! Und wer bringt mir den jetzt in meine Garderobe?

Spitzenklasse: Die Gruppe „Footloose“ mit ihrem Tanz zum gleichnamigen Film.

Nach dieser Ouvertüre ging es Schlag auf Schlag. Ein Charlie-Chaplin-Tanz, „Casablanca“ auf Hessisch, die „Star Wars“-Helden beim Doktor, „Blues Brothers“, diverse Tanzfilme, „Dschungelbuch“, „Singing in the rain“, „Manche mögen‘s heiß“, „King Kong“ … die Fassenachter zitierten so viele Klassiker des Kintopps, dass das Mitzählen schwer fiel. Dass das Ganze wie aus einem Guss wirkte, war besonders vier Akteuren zu verdanken: Als Dienstbotenquartett führten Mara Hoffmeister, Lena Habicht, Nicole Niebuesbernd und André Haus geschmeidig und mit vielen Gags durch das Programm.

Cineastische Leckerbissen bot der Abend neben dem „Casablanca“-Video („Isch guck‘ dir in die Aache, Mädsche“), vor allem in Form von Tänzen. Den wohl tänzerischsten Stummfilm-Komiker Charles Spencer Chaplin würdigten sechs junge Tramps. Bei „Dirty Dancing“ hob Luca Einloft seine Partnerin Nadine Balz mit Leichtigkeit in die Waagerechte, „Saturday Night Fever“ erinnerte an John Travolta und Olivia Newton-John in den 70-er Jahren. Frenetischen Beifall erhielt die Gruppe „Footloose“ für ihren neuen Tanz zu dem gleichnamigen Filmmusical.

Tänzerische Höchstleistungen brauchen keinen Tusch: Das bewies auch Nicole Meusel in der Rolle des Fred Astaire bei „Singing in the Rain“, einem quirligen Stepptanz ohne Metallplatten an den Schuhen. Den Regen steuerte der Hausmeister aus zwei Gießkannen bei.

In ihren Gesangsnummern brillierte Maike Köhler als Marilyn Monroe. Die Giesemer Trottwa-Lerchen verulkten die „Blues Brothers“ auf Hessisch. Als Komikerduo „Laurel & Hardy“ überzeugten Simone und Peter Gajewski: Sie interpretierten die genialen Vorbilder so punktgenau, dass der Unterschied zum eingespielten Stummfilm-Original nicht mehr zu erkennen war.

Wer ist die Schönste im ganzen Land? Die Visagistin (Lena Habicht) brüllt ihr Spiegelbild (Beate Marton) an.

Der größte Unterschied zwischen Kino und Fas se nacht heißt „Live ist live“. Was in der Traumfabrik Hollywood undenkbar wäre, schafften die Fassenachter der TGM SV Jügesheim innerhalb weniger Stunden: eine Umbesetzung in tragenden Rollen. Sitzungspräsident Frank Rebel war am Samstagmorgen plötzlich krank geworden, doch die Show ging weiter: Peter Gajewski begrüßte das Rodgau-Prinzenpaar, Siggi Balz übernahm die Moderation und Claus Müller schlüpfte in die Rolle von Frank Sinatra, der die Laudatio auf die Oscar-Gewinnerin hielt.

Quelle: op-online.de

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