Neues Rodgau-Prinzenpaar

Herz schlägt für Fastnacht

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Das neue Rodgau-Prinzenpaar, Sandra I. und Stefan II., eingerahmt von Sitzungspräsident Peter Otto (links) und Bürgermeister Jürgen Hoffmann (rechts). Erste Diensthandlung war das Fahnehissen am Rathaus gestern morgen

Rodgau - Die Fastnacht brachte ihnen die Liebe und jetzt auch einen närrischen Adelstitel. Sandra und Stefan Grimm, deren Lebenswege sich einst beim Maskenball in Ober-Roden und dem Giesemer Zinnober kreuzten, bilden das neue Rodgau-Prinzenpaar.

Am Samstagabend feierte das Publikum die beiden während der TGS-Eröffnungsgala in der Aula der Georg-Büchner-Schule euphorisch.

Rhythmisches Klatschen, Jubelrufe: Die Gäste waren über die Personalentscheidung der TGS-Oberen aus dem Häuschen. Das galt auch fürs Prinzenpaar. Denn das hat seine Entscheidung mit dem Herzen getroffen: „Ein lang geträumter Traum geht für uns in Erfüllung!“ Welch schöne Zeit Prinz und Prinzessin erwartet, darauf lieferte das mit Applaus im Stehen verabschiedete Prinzenpaar Monika II. und Michael I. einen Vorgeschmack. Beide lobten überschwänglich: „Was wir erlebt haben, bleibt unerreicht.“

Bilder vom neuen Prinzenpaar

Das neue Prinzenpaar

Sandra I. ist waschechte Giesemerin. Im Ostring aufgewachsen, hatte sie früh Kontakt zur TGS. Ihr Opa, Gottfried Löw, war ein Urgestein der Turngesellen. Das prägte die Prinzessin. Schon als Mädchen übte sie sich im Geräteturnen. Ihren Prinzen heiratete sie - wie passend - in der Fastnachtszeit. In Offenbach arbeitet die 39-Jährige als Erzieherin. Auch daheim erwartet sie ein Haus voller Leben, wie sie es sich immer gewünscht hat. Stefan und Sandra Grimm sind stolze Eltern dreier Jungs: Julien, Yves-Joel und Jene-Etienne.

Stefan II. kennen die Jügesheimer als Stürmer der TGM und als Mitglied des Männerballetts. Der gebürtige Offenbacher, der 1980 mit seinen Eltern nach Rollwald zog, war früher Dauergast diverser Maskenbälle. Zusammen mit seiner Prinzessin spielt der 43-Jährige in der Druff-Kapell / Guggemusik. Überdies sind beide im Vergnügungsausschuss aktiv.

Übergabe des Stadtschlüssels an die Tollitäten

Durch ihren Sohn Julien kamen sie vor zwei Jahren wieder als Aktive zur TGS-Fastnacht. Julien (Büttenredner, Jung-Gugisheimer, Mitglied der Sketchgruppe „ZickZack“) animierte seine Eltern nach einer Jugendsitzung dazu. „Ich war’s leid, dass sie immer so früh nachhause wollten. Da hab ich gesagt: Tretet doch ein!“

Prinz Stefan II. hat Speditionskaufmann gelernt und lebt seit 2000 in Jügesheim. Heute ist er selbstständig und leitet eine Firma, die Logistiksoftware programmiert.

Ohne Wehmut übergab Bürgermeister Jürgen Hoffmann den Stadtschlüssel an die Tollitäten. Herzlich und locker war auch die Huldigung ans Prinzenpaar durch Melanie Meyer-Marbach, die für die Vereine sprach. Überhaupt war das ein Abend, an dem Verkrampfung ein Fremdwort war. Wie ein roter Faden zog sich der verfrühte Kampagnenstart an diesem 10.11. als Dauer-Witz durchs Programm. Sitzungspräsident Peter Otto etwa malte sich in seiner Rede humorvoll aus, wie es denn wäre, wenn man durch Tricks (bewusst eingebaute Technik-Pannen, endlose Monologe der Büttenredner, die Akteure verlaufen sich im Saal...) die Proklamation einfach bis weit nach Mitternacht streckt. Oder Bürgermeister Hoffmann: Der spielte auf die Druckfehler auf der Eintrittkarte (falsche Uhrzeit, falsches Datum Fastnachtszug) an. Oder Vizepräsident Nobi Goergen, der locker meinte, er könne zur Überbrückung den Saal stundenlang zuquatschen. All das zeigte: Selbst wenn Fastnacht die ernsteste Sache der Welt ist, kann die TGS auch über sich selbst lachen.

Ein Kracher waren die Trottwach-Lersche

Gelächter war angesagt bei gleich mehreren Nummern. Bettina Hartmann und Anja Werner vom Kreppelkaffee Nieder-Roden glänzten als Senioren, die es im Alter sportlich nochmal wissen wollen. Zum Brüllen die Nonsensdialoge: „Hast du üwwerhaupt schon e mal Sport gemacht? Ja, in meiner Juchend - Bogenschießen. Donnerwetter. Gradaus is doch schon schwer genuch.“ Die Frauen vom Kreppelkaffe machten ihrem Verein dann später nochmals in anderer Besetzung mit einem urkomischen Zwergentanz alle Ehre - passend zum TGS-Kampagnenmotto „Märchen“: „Geben sich Wolf und Prinzessin die Hand, ist Fastnacht im TGS-Märchenland.“

Ein Kracher waren die Trottwach-Lersche. Die Stimmungskanonen an Gitarre und Mikro rissen auch den letzten Mitklatschmuffel im Saal von seinem Platz und sorgten im Publikum für musikalisch-sportliche Lockerungsübungen. Etwas fürs Auge waren hingegen die CC-Dancers, die im Lady-Gaga-Look die Bühne rockten.

Welch böse Überraschungen ein Vampir erlebt, der gedopte Radfahrer anzapft, karikierte gekonnt Elena Smoydzin. Keine Gala ohne Prinzengarde und - natürlich - den Gugi Sebastian Mahr. Der hatte gleich zu Beginn die Stadtpolitik glossiert und die Kommentar-Wut und -Flut auf der Onlineseite unserer Zeitung aufs Korn genommen. Ein wesentlicher Moment war die Verleihung des Förderpreises der Giesemer Fastnacht von Lothar und Elfriede Mark. 250 Euro gehen an Alina Grimm. Die Physiotherapeutin leitet bei der TGS Rehakurse, ist Co-Trainerin bei der Prinzengarde und übernimmt Verantwortung, wo sie gebraucht wird.

bp

Quelle: op-online.de

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